9.-10. März: Lake Hawea und Franz Josef Glacier

Wir sind auf dem Weg zum Franz Josef Gletscher. Chat GPT wollte, dass wir die gut 500 km an einem Stück durchfahren, was ca. 7 Stunden ohne Pause wären. Mit Baby hätten wir aber viel öfter anhalten müssen, daher haben wir uns dagegen entschieden und einen Stopp am Lake Hawea eingebaut. Darüber sind wir froh. So müssen wir nicht hetzen, können öfter anhalten und hier und da mal einen Spaziergang machen. Das wäre sonst nicht möglich gewesen. Wir gehen soweit zu sagen, dass wir die Strecke mit Baby an einen Tag nicht geschafft hätten, auch nicht, wenn man früh losgefahren wäre.

Bis zum Lake Hawea kennen wir die Strecke ja schon, bis auf das letzte kleine Stück. Wir sind vom Lake Wanaka aus schon einmal so gefahren, und der Lake Hawea liegt direkt neben dem Lake Wanaka. Anders als auf dem Hinweg entscheiden wir uns aber in Queenstown Halt zu machen, der Abenteuerstadt. Hier kann man Kajak fahren, Raften, Bungeejumpen und vieles mehr. Mit Baby ist das alles nichts für uns, aber es ist trotzdem nett in der Innenstadt und am Hafen herumzulaufen und etwas von dem Flair aufzusaugen. Das Wetter tut sein Übriges. Wir essen auch gut Mittag, in einem karibischen Restaurant, und gönnen uns danach Patagoniaeis. Nach beidem sagen wir, dass uns ein Gericht bzw. eine Kugel gereicht hätten, aber lecker war es!

Die Fahrt ist wieder mal wunderschön und wir sind beeindruckt von der hübschen Landschaft. Wir sehen auch wieder viele Schafe und Rinder auf dem Weg und gewinnen den Eindruck, dass Landwirtschaft in Neuseeland einfach viel größer betrieben wird als bei uns. Wir halten öfter an, u.a. auch direkt am Wanaka Lake, wo wir unsere Stühle herausnehmen und direkt am Ufer des Sees eine Stillpause einlegen. Die Sonne tut gut, vor allem nach dem Regentag am Vortag. Als wir abends auf dem Campingplatz am Lake Hawea ankommen, sind wir allerdings nicht so begeistert. Unser Stellplatz liegt sehr weit von den Toiletten weg und der Campingplatz ist nicht sehr modern, die Anlagen in die Jahre gekommen. Das einzig nette ist die Lage direkt am Wasser und der Seeblick. Da wir noch voll von der Völlerei in Queenstown sind, essen wir abends nur etwas Brot und gehen dann ins Bett. Elias wacht nach dem Stillen um 20 Uhr zwar noch mal auf und ist dann länger wach, er ist aber ganz lieb und so lassen wir ihn machen. Es ist ja auch für ihn Urlaub.

Am nächsten Morgen essen wir nur ein paar Kekse zum Frühstück und starten früh in den Tag, da wir ca. 4 Stunden zum Franz Josef Gletscher fahren müssen. Wir wollen lieber etwas mehr Puffer und Zeit unterwegs haben. Mittagspause machen wir bei Ankunft an der Westküste, direkt am Strand. Es ist schön bei Sonne im Sand zu liegen und Elias scheint es auch zu gefallen. Wir sind uns einig, dass das bisher der schönste Tag in Neuseeland war. Auf dem Rückweg zum Auto laufe ich noch durch das Wasser am Strand entlang. Es fühlt sich gar nicht so kalt an und ich kann mir vorstellen, darin die Tage noch mal zu baden.

In Franz Josef angekommen, machen wir zunächst den Gletscherspaziergang. Der soll 30 Minuten gehen, aber nach 10 Minuten ist Schluss. Aus Sicherheitsgründen ist der Weg gesperrt, denn der Fluss hat seinen Lauf geändert dodthin wo der Wanderweg war. Wir sind enttäuscht und bereuen es am Fox Glacier, ein paar Kilometer vorher, den Gletscherspaziergang nicht gemacht zu haben. Also gehen wir den Weg zurück Richtung Parkplatz und machen den Sentinel Walk, der nur 20 Minuten gehen soll. Er entschädigt uns etwas für de  kurzen Gletscherspaziergang, da es gut hochgeht und der Ausblick sich lohnt, auch, wenn auch dieser Weg nur kurz ist.

Danach machen wir uns auf ins Wildlife Centre, um einen Kiwi zu sehen. Wir haben Pech, er verkriecht sich schon sehr früh und kommt nicht mehr raus. Da unser Ticket 48 Stunden gilt, wollen wir es am Folgetag morgens noch einmal probieren. Wir hoffen, wir haben dann mehr Glück. Immerhin machen wir Bekanntschaft mit dem Zwergpinguin, der kleinsten Pinguinart. Verletzte Tiere finden hier ein Zuhause und werden aufgepeppelt.

6.-8. März: Te Anau und Milford Sound

Heute machen wir uns auf den Weg nach Te Anau, von wo aus wir das Fjordland erkunden wollen und wo wir deshalb 3 Nächte bleiben. Der Campingplatz in Te Anau ist auch ein Tasman Holiday Park, so wie der in dem wir diese Nacht verbracht haben, und wir freuen uns drauf. Unser Eindruck ist, dass die Tasman Parks viel kleiner sind als die TOP10 Parks und der Standard der Gemeinschaftsanlagen, insbesondere der Waschräume, viel höher ist.

Auf dem Weg fahren wir einen kleinen Schlenker, um Arrowtown zu besuchen, eine alte Goldgräberstadt, die mit typischen Gebäuden aus dieser Zeit aufwartet, die heute kleine Läden und Cafés beherbergen. Es ist sehr nett durch das kleine Städtchen zu schlendern und etwas von dem Goldgräberfeeling aufzusaugen.

Mittags machen wir Halt am Wakatipusee. In diesem herrscht Tide, d.h. er verändert alle 25 Minuten seine Höhe um 10-20 cm. In einer Legende der Maori heißt es, dass ein Riese am Boden schläft dessen Atem die Schwankungen des Wasserspiegels verursacht.

Te Anau erreichen wir am Nachmittag, haben bis abends noch viel Zeit. Wir entscheiden uns daher Elias zu baden und nutzen dafür das Famielenbadezimmer mit eigener Badewanne für kleine Kinder. Danach stellen wir fest, dass die neuen Feuchttücher die wir gekauft hatten, gar keine sind, sondern Windelmülltüten, daher geht Julian noch mal los und besorgt richtige. Abends packen wir dann alles für die Dampferfahrt in Milford Sound am Folgetag zusammen. Wir haben die Fahrt um 11:45 Uhr gebucht. Von Te Anau sind es noch 2 Stunden bis dorthin, das Unternehmen rät sogar 2,5 Stunden einzuplanen. Außerdem müssen wir vom kostenlosen Parkplatz noch 30-40 Minuten zum Visitor Terminal gehen und dort sollen wir 25 Minuten vorher einchecken. D.h. mindestens 3,5 Stunden vorher losfahren, mit Baby aber noch mehr, denn vermutlich müssen wir noch mal unterwegs stillen. Am Ende stehen wir um 7 Uhr auf, fahren kurz vor halb 8 los und kommen 9:30 Uhr am kostenlosen Parkplatz an. Wir sind froh so früh dran zu sein, denn wenige Minuten später ist er voll. Wir beschließen erst mal richtig zu frühstücken und gehen dann 10:15 Uhr zum Terminal, das wir gegen 10:40 Uhr erreichen. Dort bietet uns die Frau an, bereits die Dampferfahrt um 10:45 Uhr nehmen zu können, was wir machen.

Die fast 2-stündige Dampferfahrt geht schnell vorbei. Sie ist schön, wir sehen viele Wasserfälle und ein paar Robben. Ich bin von der Fahrt allerdings etwas enttäuscht. Es regnet und ist neblig, deshalb entfaltet sich aus meiner Sicht die Schönheit des Fjords nicht so richtig. Im Reiseführer wird von den steil abfallenden Fjordwänden geschwärmt und es heißt, dass sich die Schönheit des Ortes erst bei Regenwetter richtig entfaltet, aber ich denke nur an die Fotos des Fjords, die ich bei schönem Wetter gesehen habe und bin deshalb nicht ganz so begeistert.

In Milford Sound an sich gibt es nicht viel zu sehen, daher machen wir uns nach der Dampferfahrt direkt auf dem Weg zurück zum Auto, mit einem kleinen Umweg um das Ufer noch zu erkunden. Mittlerweile regnet es auch richtig stark und wir sind froh irgendwann im Trockenen zu sein. Unsere Regenkleidung ist zwar toll, gibt aber bei den Wassermassen und der Dauer des Regens langsam auch den Geist auf.

Am Auto angekommen haben wir Hunger und braten uns ein Ei im Van, essen den Salat, den ich am Vorabend zubereitet hatte, und gönnen uns am Ende noch einen  Kaffee/Tee. So lässt es sich leben. Irgendwann als es nicht mehr regnet will Julian mal lüften und macht die Vantür auf. Nach kurzer Zeit schließt er diese wieder, da ganz viele Sandflies hineinströmen und uns gleich stechen. Auf einem der Schilder haben wir gelesen, warum es in Milford Sound so viele davon gibt. Der Legende nach hat ein Gott die Schönheit des Ortes erkannt und befürchtet, dass die Menschen diesen nie wieder verlassen, deshalb hat er die Sandflies geschaffen.

Nach fast 2 Stunden Pause, in denen wir natürlich auch das Baby gefüttert und gestillt haben, fahren wir zurück nach Te Anau.  Die Rückfahrt entschädigt mich für die Dampferfahrt und das Sauwetter am heutigen Tag, denn es klart auf und die Sonne kommt raus. Es ist wohl normal, dass es in Milford Sound deutlich mehr regnet als in Te Anau. Das hat damit zu tun, dass die Wolken dort wegen der hohen Berge zunächst abregnen müssen bevor sie weiterziehen können. Dank des guten Wetters machen daher ein paar kurze Fotostopps auf der Milford Road, einschließlich bei den Mirror Lakes. Es entstehen ein paar nette Fotos.

Zurück in Te Anau grillen wir abends und gehen rechtzeitig ins Bett. Wir schlafen am Tag drauf aus und nutzen ihn als Ruhetag. Wir leeren den Abwassertank des Vans, füllen Frischwasser nach, waschen unsere Kleidung, gehen einkaufen, etc. Und zwischendrin machen wir Sightseeing, besuchen das Fiordland Visitor Centre und das Bird Sanctuary, beides kostenlos. Leider ist nicht so gutes Wetter und es regnet immer wieder. Wir hätten am Vortag noch schnell im See baden gehen sollen, denn heute sind nur 15 Grad, statt gestern 20. Tja, Pech gehabt. Der Tag ist aber auch so schön und wir lade unsere Batterien wieder gut auf.

Fächerschwanz
Südinseltakahe

5. März: Lake Wanaka

Nach einer anstrengenden Nacht starten wir mühsam in den Tag. Frühstückessen in der Sonne, mit Blick auf den Lake Tekapo, ist aber echt schön. Heute gibt es auch wieder warme Milch fürs Müsli. Nachdem jeder eine Portion für seine Schüssel hat, stellen wir die restliche Milch für später auf den Boden. Irgendwann hören wir dann ein Schlürfgeräusch und wundern uns woher das kommt. Nun ja, ein Blick auf den Boden verrät, dass sich die Ente an unserer Milch bedient hat. Wir waren uns eh nicht sicher, wer diese am Ende nimmt, nun ist es entschieden.

In den letzten Tagen hatten wir öfter Enten auf den Campingplätzen gesehen, die den Gästen einen Besuch abgestattet hatten. Scheinbar gibt es hier immer gut was zu essen. Auf diesem Campingplatz haben wir aber eher Häschen gesehen. Als ich am Abend vorher abends noch mal auf die Toilette bin, tummelten sich von unserer Tür 3 kleine Hasen. Die sind hier nicht heimisch und wohl eine Plage (die mittlerweile aber unter Kontrolle zu sein scheint), aber wir finden es niedlich.

Wir entscheiden uns gegen eine kleine Wanderung bzw. Schwimmen im See und machen uns nach dem Frühstück direkt auf den Weg zum Lake Wanaka. Wir wollen lieber mehr Zeit vor Ort haben, aber die kurze Fahrt zieht sich. Unterwegs halten wir einfach sehr oft an, u.a. um Pausen und Fotos an Aussichtspunkten zu machen, wie z.B. am Pukakisee mit Blick auf den Mount Cook. Julian kümmert sich derweil um den Kindersitz, dessen Gurte sich ständig verdrehen, und der uns keine Freude bereitet. Irgendwann fahren wir über den Lindis Pass, wo auch 7 vs. Wild gedreht wurde. Man kann zwar nicht viel sehen, aber die Landschaft erinnert in der Tat an die Staffel. Kurz dahinter halten wir an und machen Mittagspause.

Am frühen Nachmittag erreichen wir Wanaka und parken direkt am See. Julian ist so fertig, dass er gleich aufs Bett springt und ein Schläfchen macht. Der Kleine und ich gehen an den Strand, dort ist es zwar super sonnig, aber so windig, dass wir es auch unter dem Baum im Schatten nur kurz aushalten. Zurück am Auto ist Julian wach und ausgeruht, wir machen uns also gemeinsam auf den Weg zum Wanaka Tree. Es ist ein kurzer Spaziergang am See dorthin, den Elias in der Trage auch gut mitmacht. Ich bin etwas enttäuscht von dem wohl meistfotografierten Baum Neuseelands, als ich ihn zunächst erblicke. Als ich dann aber ein Foto mache, erkenne ich die Schönheit des Motivs. Nach diesem Highlight gehen wir zurück, vorbei an unserem Van, in Richtung City und essen dort ein Eis. Es ist nett dort, mit den vielen kleinen Geschäften und der Sonne, die ganz schön knallt. Das merken wir die Tage immer wieder. Obwohl ich mich gut und mehrmals am Tag einreibe, hatte ich schon öfter das Gefühl, ein bisschen Sonnenbrand im Gesicht zu haben. Wenn dann auch noch viel Wind weht, täuscht das darüber hinweg wee stark die Sonne ist. Ist wie an der Ostsee ;-).

Wir schlendern noch etwas herum, machen ein paar Besorgungen und fahren dann zum Einchecken auf den Campingplatz. Heute sind wir früh dran und haben Zeit, daher koche ich Dhal während Julian auf den Kleinen aufpasst. Abends schaffen wir es Elias gegen 21 Uhr ins Bett zu bringen und haben das Gefühl, dass es ihm gut tut. So haben wir auch etwas Zeit für uns am Abend und gehen nach dem ersten Stillen auch rechtzeitig ins Bett. Die Nacht wird dann zum Glück deutlich besser, so dass wir am nächsten Morgen ausgeruht in den Tag starten können.

4. März: Lake Tekapo

Am Morgen dauert es eine Weile bis wir loskommen. Wir sind noch nicht eingespielt und Julian verbringt einige Zeit damit zu überlegen, wie wir alles sinnvoll verstauen können. Zum Glück sind sie auf dem Campingplatz flexibel und erlauben auch bis 11 Uhr auszuchecken. Eigentlich ist 10 Uhr Standard. Danach fahren wir noch mal an den Strand etwas weiter südlich bei Christchurch. Elias nehmen wir in die Manduca und tragen ihn auf dem Rücken. So spazieren wir ein bisschen am Strand entlang, machen noch ein paar kleinere Besorgungen und fahren dann zum Lake Tekapo. Von Christchurch kriegen zir nur einen kleinen Eindruck. U.a. bleibt hängen, dass 2011 ein Erdbeben die Stadt erschütterte, infolgedessen viele Häuser neu gebaut wurden, weshalb man wenig alte Bauten sieht.

Wir kommen mit dem Van gar nicht so gut voran, haben das Gefühl ständig anzuhalten. Mal, weil wir einen Fotostopp machen, mal weil Elias gefüttert bzw. gestillt werden muss, mal, weil wir Hunger haben bzw. ich Lust auf Kaffee habe. Irgendetwas findet sich immer. Die Zeit haben wir aber eingeplant, insofern kein Problem.

In Lake Tekapo angekommen, checken wir auf dem Campingplatz ein, der direkt am See liegt. Von dort aus spazieren wir ins Zentrum, essen abends etwas und gehen dann im Dunkeln zurück. Elias schläft dabei fast die ganze Zeit. So schön der Abend war, so schlecht wird dann die Nacht. Elias will ewig nicht einschlafen und lässt sich nicht von der Brust abstöpseln, sogar Julians Wippen hilft nur kurz, da sein Schlaf so leicht ist. Zu allem Überfluss geht der Alarm in unserem Van mehrmals die Nacht an als wir rausgehen und so richtig verstehen wir nicht was wir dagegen machen können. Am nächsten Morgen sind wir ganz schön platt, aber die Reise geht weiter…

2.-3. März: Abschied aus Singapur und Ankunft in Neuseeland

Heute ist schon unser letzter Tag in Singapur. Die Zeit ist wie im Flug vergangen. Ich werde schon sehr früh wach, nicht zuletzt vom Stillen, daher stehe ich irgendwann auf und frühstücke um kurz nach 7 Uhr mit Anne, die heute früh zur Arbeit muss. Meine Stimme, die gestern Abend fast komplett weg war, ist dank des heilenden Ingwertees vom Vorabend zum Glück wieder zurück.

Unser Flug geht erst abends um 19:50 Uhr. Den Morgen gehen wir daher ruhig an, packen alles zusammen, machen uns fertig und spazieren dann noch ein bisschen in der Wohnanlage von Anne und Vin herum. Mittag essen wir zu Hause mit dem Vater von Vin und plaudern ein bisschen. Plötzlich ist Anne schon wieder zurück und es ist Zeit Nico von der Schule abzuholen, was wir heute alle gemeinsam machen. Er freut sich sehr und es entsteht ein nettes Selfie in der Schule.

Zum Glück schaffen wir es noch trocken zurück nach Hause, doch als wir gerade mit dem Fahrstuhl nach oben fahren, fängt es an zu donnern und zu regnen. Kurzerhand sagen wir den Besuch der Rooftop Terrace ab. Nach einem Kaffee bestellen wir dann über die App, mit Annes Hilfe, unser Taxi. Wegen des Regens haben wir lieber etwas früher angefangen und sind froh, dass am Ende unser ganzes Gepäck in das kleine bestellte Taxi passt. Wir mussten auch ein bisschen puzzeln, aber es hat gepasst. Unten am Gebäudeausgang verabschieden wir uns von Anne und Nico. Vin hatten wir schon am Morgen Tschüß gesagt. Dann geht es los. Wir sind fast 3 Stunden früher am Flughafen, also sehr früh, aber am Ende ist das ganz gut. Ich finde meine Halstabletten nicht mehr, also haben wir Zeit um in der Apotheke in Terminal 3 Ersatz zu kaufen. Außerdem können wir noch Abend essen bevor wir ins Flugzeug steigen. U.a. Essen wir Dosa, das wir am Vortag zum ersten Mal probiert hatten.

Der Flug nach Christchurch ist dann schwierig. Obwohl im Vergleich zum Flug von Istanbul nach Singapur gleich lang, kommt er uns sehr kurz vor, gleichzeitig kriegen wir kaum Schlaf. Wir haben Pech, dass der Kleine kurz nachdem er gerade eingeschlafen war wegen Turbulenzen wieder aus dem Babybassinet genommen werden musste und dabei aufwacht. Außerdem bietet einer unserer Sitzplätze keinen Platz für die Beine, da diese im Flur stehen, wo die Leute ständig vorbeigehen und einen entweder streichen oder schlimmer auf den Fuß treten. Das Ergebnis ist das Gleiche: Man wacht jedes Mal auf und bekommt keinen Schlaf.

In Christchurch angekommen, verpassen wir gerade unser Shuttle und müssen aufs nächste knapp 1 Stunde später warten. Pech gehabt. Aber die Zeit vergeht schnell mit Windeln wechseln, Kaffee trinken, etc. Als wir in der Ausleihstation ankommen sind wir zwar relativ schnell dran, müssen dann aber fast 1,5 Stunden warten bis eine Person, die uns den Wagen übergeben kann, Zeit hat. Es ist wohl gerade viel los. Immerhin gibt es kostenlos Kaffee und Tee und die Leute, die auch warten müssen, sind nett, so unterhalten wir uns wenigstens gut.

Nach der Übergabe des Campervans fahren wir einkaufen und dann direkt in den Holiday Park. Wir sind total fertig, trotzdem machen wir noch einen Spaziergang zum Strand, da die Sonne so schön scheint. Wir probieren zum ersten Mal die Babytrage aus, die wir von Freunden geschenkt bekommen haben, und sind begeistert. Eigentlich soll man die erst ab 8 Monaten verwenden, aber wir haben Elias vor der Abreise reingesetzt und sehen bei unserem eher kurzen Nutzungsverhalten keinen Grund, der dagegen spricht. Außerdem kochen wir abends noch Nudeln im Campervan, um zu testen ob alles funktioniert. Morgen könnten wir sonst noch einmal den Wagen tauschen, solange wir noch in der Nähe sind. Dann geht es ins Bett und wir können endlich schlafen.

1. März: Kulinarische Reise durch Little India und Chinatown

Heute fahren wir mal mit der MRT, der Metro Singapurs, in die Stadt. Nico ist begeistert und navigiert. Er liebt es Bus und Zug zu fahren und kann einem stundenlang auf dem Handy Routen zeigen und erklären, da hat er sich reingenerded. Julian findet das ziemlich cool und bietet ihm ein aufmerksames Publikum. Für Vin ist es das erste Mal in dieser MRT Station. Er fährt sonst meistens Auto oder Taxi. Er lebt schon deutlich länger in Singapur als Anne, wir sind daher überrascht als er das erzählt. Zu seiner Verteidigung sagt er, dass es damals nur 2 MRT Linien gab, es also nicht besonders attraktiv war. Mittlerweile sind es 6 Linien. Zur Erinnerung an den bedeutungsvollen Moment machen wir ein Foto.

Die MRT gefällt uns richtig gut. Sie ist klimatisiert und sehr sauber. Überall gibt es Toiletten, oft auch mit Wickeltischen, und auch die sind sehr sauber. Es gibt an jeder Station Rampen und Fahrstühle um in die MRT zu gelangen, alles ist recht intuitiv. Sein Ticket bezahlt man indem man mit der Kreditkarte beim Reingehen und Rausgehen die Schranke öffnet, was problemlos funktioniert. Für Kinderwägen oder Rollstuhlfahrer gibt es immer einen breiteren Durchgang. Im Vergleich zu unserer Erfahrung letztes Wochenende in Paris sind wir begeistert von der Nutzerfreundlichkeit und Barrierefreiheit in Singapur. So macht es Spaß die öffentlichen Verkehrsmittel auch mit Kinderwagen zu nutzen. Im Bus lief auch alles reibungslos ab. Auch dort hält man beim Einsteigen und Aussteigen seine Kreditkarte an ein Lesegerät, so wird der Preis berechnet. Wichtig ist nur, das Auschecken nicht zu vergessen, sonst kann es teuer werden.

Es fühlt sich an wie ein kleiner Trip durch Indien als wir am Sonntag, am bestbesuchten Tag der Woche, alle gemeinsam durch Little India schlendern. Viele Leute, ein bisschen Gedrängel, Autos, die direkt neben einem vorbeifahren, hier und da ein Ladenbesitzer, der einen ins Geschäft locken möchte, und natürlich all die kleinen Läden mit indischen Süßigkeiten, Snacks, Stoffen, etc.. Aber, es ist viel besser als damals in Indien, denn dieses Mal haben wir jemanden dabei, der weiß, wo es leckeres Essen gibt und es bedrängt einen keiner. Vin führt uns gekonnt durchs Viertel, angefangen mit einem Shop mit indischen Süßigkeiten, die in Nullkommanichts verputzt sind. Meine Favoriten sind der Kuchen aus gebrannter Milch und der Donut, der in Milch in Zucker getränkt wurde. Wir stellen fest, dass wir in Indien damals gar keine Süßigkeiten probiert haben. Wir waren damals ein wenig verunsichert, ob bzw. wo man sicher Streetfood essen kann und haben es am Ende dann gelassen. Ein Versäumnis, wie wir jetzt merken! Vin erinnert sich, dass wir damals in Dehli nicht so begeistert waren und meint, wir sollten Indien noch eine Chance geben. Er schlägt vor, dass wir vielleicht da mal gemeinsam hinfahren. Da wären wir bestimmt dabei!

Weiter geht es durch das Viertel, was gar nicht so einfach ist, denn wir haben einen Kinderwagen dabei und meist ist wenig Platz um sich damit auf dem Gehweg mit den anderen Passanten zu arrangieren. Ab und zu müssen wir ihn um eine Laterne herum tragen, weil rechts davon schon ein Laden oder eine Wand ist und links davon der Bürgersteig zu Ende. Nico, der am liebsten die ganze Zeit den Kinderwagen schiebt, hat es nicht so leicht und Julian hilft ihm liebevoll alle Hindernisse zu überwinden. Vielleicht auch nicht immer ganz uneigennützig, schließlich transportiert er wertvolle Fracht;-)

Irgendwann schlendern wir auch vorbei am Mustafa Centre. Der Typ, dem es gehört, hat wohl damals mit einem kleinen Laden angefangen und über die Zeit immer mehr expandiert. Mittlerweile ist daraus ein vierstöckiges Kaufhaus geworden in dem man so gut wie alles kaufen kann. Gegenüber gehen wir in ein kleines Café, das klimatisiert ist. Dort serviert ein Roboter das Essen, das man vorher bestellt hat. Wir trinken Wasser, ein Mangolassi, Kaffee bzw. Tee und essen am Ende noch ein Dosa, ein hauchdünnes, knuspriges Fladenbrot, das aus der südindischen Küche stammt. Es schmeckt wirklich sehr gut, vor allem auch das Kokoschutney. Für Julian und mich ist es das erste Mal, dass wir soetwas essen. Toll, dass wir das hier erleben dürfen!

‚Excuse me‘ sagt der Roboter mehrmals zum Kinderwagen als dieser ihm den Weg versperrt

Nach Little India besuchen wir Chinatown. Auch hier herrscht Trubel. Uns fällt der Pandan Cake auf, eine Art fluffiger Sandkuchen, der aus Pandanblättern gemacht wird und daher innen grün ist. Wir kaufen Kaya, eine Kokusnussmarmelade, die ich am Vortag bei Anne und Vin probiert hatte und die wohl in Form von Kaya Toast ein typisch singapurisches Gericht ist. Nico isst auch vor Ort gleich einen Kaya Toast und wir gönnen uns alle ein Kaltgetränk. Wieder ein kulinarischer Stopp. Ich habe in Annes Reiseführer gelesen, dass wir eigentlich alles richtig machen, denn statt einmal groß zu essen, soll man lieber mehrmals klein essen. Das wäre nicht nur wegen der Hitze gut, so würde man auch die Möglichkeit haben viele verschiedene Köstlichkeiten zu probieren. Julian ist schon seit einer Weile total satt, hat auch schon zuvor nur sehr wenig vom Dosa gegessen, wohingegen Anne und ich es uns haben gut gehen lassen. Ich helfe Nico auch jetzt bei seinem Kaya Toast. Im Moment stille ich und kann mir das erlauben. Auch Vin hält sich etwas zurück,  denn er macht gerade 10 Tage Detox, also kein Gluten und keine Milchprodukte. Gar nicht so leicht.

Zum Schluss besuchen wir noch einen indischen Tempel und essen Eis. Am Vortag wollte wir schon Eis essen, aber sind dann auf Milchskakes umgestiegen, weil das nächste Eiscafe etwas weit weg war. Heute gönnen wir uns Ananas- und Maulbeereneis bevor wir zurück nach Hause fahren und den Abend dort mit vietnamesischem Essen ausklingen lassen.

28. Feb.: Chinesisches Neujahr, Lohei und MBS

Am Morgen starten wir langsam in den Tag. Wir schlafen aus und frühstücken gemütlich. Anne, Nico und ich spielen nach dem Frühstück gemeinsam das Stone Age Spiel, das wir für Nico mitgebracht haben. Er gewinnt es am Ende auch. Anne verliert, allerdings wurde sie versehentlich mehrmals von uns ausgelassen 😉

Heute wird in Annes und Vins Condo das chinesische Neujahr gefeiert und wir dürfen auch daran teilnehmen. Wir gehen gegen Mittag alle gemeinsam hin, dabei trägt jeder trägt etwas Rotes. Wir bekommen zunächst Goodie Bags, einschließlich eines Pferdchenanhängers für das Jahr des Pferdes, und schauen uns dann die Zeremonie an. Danach nehmen wir an einem traditionellen chinesischen Neujahrritual in Singapur teil, dem Mischen eines Salates names Lohei. Dazu mischen wir in der Gruppe, wie andere an Nachbartischen auch, das Lohei. Da alles auf Chinesisch angesagt wird, hilft uns eine Nachbarin dabei es richtig zu machen. Von einem anderen Nachbarn erfahren wir später wofür die verschiedenen Zutaten stehen, z.B. der Räucherlachs für Überfluss, das grüne Kraut für den Frühling, die Brotcracker für Reichtum, etc. Nach dem Zusammenmixen der Zutaten wirft man den Salat mit den Stäbchen in die Luft und ruft Lohei. Je höher man das Lohei mit den Stäbchen wirft, um so mehr bekommt man von allem in dem Jahr, heißt es. Zum Schluss isst jeder etwas von dem Salat. Eine nette Neujahrstradition, finden wir.

Danach gehen wir runter, wo das Buffet eröffnet wird und danach die Lose gezogen werden. Wir sind ganz froh aus der Sonne herauszukommen und füttern im Schatten erst mal den Kleinen. Das Buffet ist sehr lecker, vor allem der Eistee hat es uns bei der Hitze angetan. Irgendwann kommen Anne und Nico zu uns und erzählen, dass sie einen Gutschein gewonnen haben. Sie sind ganz zufrieden. In 4 Jahren haben sie bereits 2 Mal gewonnen, einmal davon den Hauptpreis.

Nach einem kurzen Stopp in der Wohnung, machen wir uns auf zur MBS (Marina Bay Sands, das Hotel in Singapur mit ikonischer Architektur) und schlendern dort herum. Wir machen eine kleine Bootsfahrt, trinken einen Milchshake und gehen in die Gärten, wo wir uns abends auch die Lichtershow anschauen und im nahe gelegenen Foodcourt zu Abend essen. Es ist ein wirklich schöner Tag und abends sind wir ganz schön platt als wir nach Hause kommen. Vin und Nico sind schon eine Weile zurück, da sie mit dem Auto gefahren sind. Anne, Julian, Elias und ich hatten eine Weile gebraucht um ein Taxi zu bekommen, da sich nicht alle Fahrer gerne so weit vom Stadtzentrum entfernen und wir wegen Elias weniger Auswahl hatten. Müde und zufrieden fallen wir abends in Bett, auch, wenn mich mittlerweile meine Stimme fast ganz verlassen hat. Ich gönne mir noch einen Ingwertee und hoffe, dass meine Mandeln morgen nicht mehr so geschwollen sind.

26.-27. Feb.: Auf geht’s nach Singapur!

Wir haben bis zur letzten Minute zu Hause noch gepackt und mussten dann zum Bus hetzen, der, wie wir vor Ort feststellten, 6 Minuten Verspätung hatte. Wer hätte das gedacht? Dabei hatten wir schon 2 Wochen vorher mit dem Packen angefangen, aber leider hatte uns das Wochenende vorher gefehlt, da wir in Paris auf einer Hochzeit waren, und, na ja, das Leben mit Baby ist halt ganz anders. Man schafft deutlich weniger also sonst, wird ständige bei dem, was man macht unterbrochen, und muss natürlich auch viel mehr einpacken.

Am Flughafen in Genf angekommen, verläuft alles reibungslos und nach der kurzen Schlange bleibt uns sogar noch Zeit für einen kleinen Snack. In Istanbul gibt es für Eltern mit Kindern unter 5 Jahren und Senioren über 65 Jahren sogar eine seperate Sicherheitskontrolle beim Transfer. Keine Schlange, nettes Personal, so macht Reisen Spaß. Es ist auch nett, dass man mit Babies immer wie Buisiness behandelt wird, also auch als erstes ins Flugzeug steigen kann. Auf dem Flug nach Singapur nutzen wir das Babybassinet, das wir vorher durch die Buchung von Plätzen mit extra viel Beinfreiheit reserviert hatten, und sind begeistert. Wir glauben, der Kleine hat den Flug von uns Dreien am Besten verkraftet. Wir mussten ihn zwar ab und zu bei Turbulenzen aus dem Bassinet nehmen (aus Sicherheitsgründen) und wieder bei einem von uns auf dem Schoss anschnallen, aber dabei ist er meistens gar nicht aufgewacht bzw. sofort wieder in den Schlaf gefallen.

Bei Ankunft in Singapur treffen Nico und Anne uns am Flughafen. Sie waren schon am Tag zuvor um dieselbe Zeit am Flughafen und haben fast 2 Stunden auf uns gewartet, weil sie dachten wir kommen am selben Tag an wie wir losfliegen (oder weil die Vorfreude so groß war;-). Erst als das Flugzeug und Gepäckband leer waren und wir immer noch nicht rauskamen, dämmerte es Anne. Das tat uns super leid. Um so mehr freuten wir uns, dass sie den langen Weg am Tag unserer Ankunft erneut auf sich genommen haben.

Mit dem Taxi fahren wir zu Anne und Vin nach Hause. Es stellt sich raus, sie wohnen im 24. Stock, auf der obersten Etage, und der Ausblick ist sensationell. Wir müssen sagen, dass uns schon etwas schwindelig wurde als wir das erste Mal aus dem Fenster des Gästezimmers hinunterschauten oder zur Dachterrasse hinaufgingen. Wir haben eigentlich keine Höhenangst, aber da wird uns trotzdem etwas mulmig. Das hält uns aber nicht davon ab die Atmosphäre zu genießen. Mit dem Wind da oben ist es sehr angenehm und so verputzen wir guter Dinge die Snacks und Pizza. Irgendwann kommt auch Vin dazu, der an dem Tag noch lange gearbeitet hatte. Wir plaudern angeregt und freuen uns uns alle nach so langer Zeit, über 5 Jahren, wieder zu sehen. Vin war zufällig vor 1,5 Monaten in Genf, allerdings hatten wir nur kurze anderthalb Stunden um uns zu unterhalten und Anne und Nico waren nicht dabei. Lange schaffen wir es aber nicht aufzubleiben, weil die Reise und der Jetlag uns doch etwas zu schaffen machen, da aber auch Nico ins Bett muss passt das ganz gut.

9.-10. Aug: Bergseen pur und Rückreise nach Genf

Als wir uns am Vortag mit dem Schweizer an der Brätlistelle unterhalten haben, empfiehlt dieser uns einen Ausflug an den Elsigensee. Da unser Wanderpass auch diesen Lift abdeckt und sich der See nach unserer Recherche als hübsch und gut erreichbar herausstellt, unternehmen wir heute einen Ausflug dorthin. Wir sind leider mit einer größeren Gruppe in der Gondel gewesen, die uns zunächst auch noch eine Weile folgt, bis wir dann auf unseren eher einsamen Wanderweg abzweigen. Dieser führt uns statt auf Asphalt durch die Natur zum See, was uns viel besser gefällt. Zum Glück scheint die Gruppe auch ein anderes Ziel gehabt zu haben, denn wir treffen sie dort nicht wieder, obwohl wir dort eine ganze Weile verbringen. Es ist zwar nicht mehr sehr viel Wasser im See, aber es reicht um die Füße zu baden. Da das Wasser sehr kalt ist, die perfekte Kneippkur und sehr gut gegen Wassereinlagerungen in den Beinen. Während ich das kühle Nass genieße, zähmt Julian indessen Schmetterlinge, die immer wieder auf ihm landen.

Irgendwann machen wir uns dann auf den Rückweg, kaufen noch ein Souvenir (Goldmelissensirup) für eine Freunddin, die unseren Kräutergarten zu Hause gießt, und entscheiden dann spontan noch zum Brandsee um die Ecke zu gehen. Der sieht von weitem aus wie ein kleiner Badesee mit Freibadcharakter, aber mitten in den Alpen, aus. Wir kriegen zunächst auch den Eindruck wir müssten Eintritt zum sogenannten Alpenstrand bezahlen, das ist dann aber gar nicht so. Wir umrunden ihn den kleinen See von 7m Tiefe und Julian sichert uns ein Plätzchen auf einer Bank im Schatten. Nach der knalligen Sonne am Elsigensee, tut das gut und wir machen hier gleich unsere Mittagspause.

Irgendwann kommt ein Fahrradfahrer vorbei, der sich neben uns niederlässt und mit dem wir ins Gespräch kommen. Er wohnt in der Region und scheint mit seinen 69 Jahren topfit zu sein. Er empfiehlt uns für den letzten Tag ins Kandertal zu fahren und dort den Oeschinensee zu besuchen, der laut ihm der schönste See der Schweiz sein soll. Leider ist das nicht in unserem Wanderpass eingeschlossen, aber da wir diesen vermutlich eh morgen nicht mehr nutzen können, ist das nicht so schlimm. Wir reservieren den Lift noch vor Ort, während der Schweizer gerade schwimmen geht, und machen uns danach auf den Rückweg. Auf dem Weg ins Hotel halten wir noch einmal in Adelboden an, fahren mit dem Lift auf den Höchstberg und dann noch einmal auf den Sillerenbühl. Eigentlich nur für den Ausblick und ein Eis. Wieder im Tal angekommen schauen wir, ob man die Adelbodner Mineralquelle besuchen kann, die direkt neben der Liftstation liegt, aber das scheint nur ein Werk zu sein, ohne Besucherzentrum oder ähnlichem.

Den Abend lassen wir dann wieder bei einem frühen Abendessen im Ort ausklingen. Diesmal essen wir Griechisch und Kalbschnitzel im Zentrum von Adelboden. Um 19:30 Uhr fängt dann der F1 Film mit Brad Pitt an, den wir im Kino schauen. Da der Fußballclub von Adelboden spät dran ist, fängt der Film etwas später an, aber das stört uns nicht weiter. Der Film ist ganz cool und es ist schön seit langem mal wieder einen Film auf Deutsch im Kino zu schauen.

Am nächsten Tag checken wir morgens aus und fahren zum Oeschinensee. Dieser ist ganz schön überlaufen, vor allem am Wochenende, daher war es auch so wichtig am Vortag den Lift zu reservieren. Wir ergattern gerade noch einen Parkplatz, haben dann aber Probleme zu bezahlen, da wir kein Bargeld mehr haben. Am Ende müssen wir per App mit einer Servicegebühr etwas mehr bezahlen, aber da wir später länger bleiben als geplant, können wir die Parkzeit einfach online verlängern. Als wir am Ende des Tages sehen, wieviel Leute wieder mal ein Knöllchen bekommen haben, sind wir ganz froh darüber, dass wir über die App bezahlt haben und keines haben.

Der Oeschinensee ist wirklich schön. Wir verbringen dort viel Zeit, Julian geht sogar 2 Mal baden, während ich meine Füßchen bade. Wir versuche  auch erst noch eine Wanderung, entscheiden uns dann aber nach kurzer Zeit umzudrehen wegen der steilen Passagen mit Rollsplitt, die beim Runterlaufen die Ausrutschgefahr unnötig erhöhen. So kurz vor dem Ende der Schwangerschaft, die ja bisher problemlos verlief, wollen wir das nicht riskieren.

Nach dem Besuch des Sees machen wir noch einen Abstecher zu der längsten Hängebrücke der Schweiz: Hostalden. Es ist eine private Brücke, die aber öffentlich genutzt werden kann und unter der Woche den Kindern auch den Weg zur Schule verkürzt. Wir haben Glück und bekommen einen der wenigen Parkplätze vor der Brücke, laufen dann rüber, essen ein Eis und trinken eine Cola auf der anderen Seite bevor wir uns auf dem Rückweg nach Genf machen. Wir sind etwas traurig, dass der Urlaub schon vorbei ist. Er war ganz anders als das was wir sonst immer planen, hauptsächlich viel entzerrter, aber wir konnten uns dennoch gut erholen und haben tolle Eindrücke gewonnen. Ich hätte auch noch eine Woche länger bleiben können…

8. Aug.: Auf dem Vogellisiberg und Blumenweg

Heute verschlägt es uns auf den Vogellisiberg. Vogellisi ist wohl eine sagenhafte Figur aus der Region, die gut mit Vögel sprechen konnte. Es gibt auch einen Erlebnisweg mit dem Namen, den wir später am Tag machen wollen, uns aber dann am Ende dagegen entscheiden. Zum einen, weil ich heute nur 4 Stunden geschlafen habe und nur langsam aus dem Knick komme, zum anderen, weil uns eine Schweizerin später im Bus erzählt, dass der Weg stellenweise steil und mit Rollsplitt bedeckt ist, was ihn anfällig zum Hinfallen macht. Auch, wenn es mir gut geht, entscheiden wir daher später dann doch nur den kurzen Rundweg am Sillerenbühl zu machen. Zumindest machen wir aber ein Foto von und mit Vogellisi.

Zunächst gehen wir den Blumenweg entlang und lernen zahlreiche Blumen der Region kennen, wenn auch nicht immer alle noch blühen. Einen kleinen Aha-Effekt haben wir bei den Blumen, die wir als Laien immer als Löwenzahn identifizieren. Wir lernen auf dem Weg, dass es auch Milchkraut, Arnika, Ferkelkraut oder Habichtskraut sein kann. Sieht doch alles sehr ähnlich aus….

Ähnlich geht es uns mit der Margerite, die wohl auch ein Alpenmaßlieb sein kann. Auf dem Blumenweg sehen wir aber auch noch viele andere Pflanzen, so z.B. den Blauen Eisenhut, den Gebirgs-Feld-Thymian oder die Niedliche Glockenblume.

Am Ende des Blumenwegs angekommen, nehmen wir den uns aus Lenk bekannten Lift vom Hahnenmoospass hinunter nach Geils. Dort müssen wir ein Weilchen auf den Bus warten und packen daher unser kleines Mittagessen aus. Wir wollen aber nicht zu viel essen, denn am Morgen haben wir 2 Bratwürste gekauft, um heute an einer der Brätlistellen auch etwas grillen zu können. Wir sind aber etwas abhängig davon, dass jemand schon das Feuer angemacht haben muss, denn ein Feuerzeug haben wir nicht dabei, wohingegen Holz kostenlos zur Verfügung steht.

Als wir dann mit dem Bus unten bei Sillerenbühl ankommen, entscheiden wir spontan dort jetzt unsere Würstchen zu grillen. Am Ende dauert es doch fast eine Stunde bis sie fertig sind, aber das macht nichts. Wir unterhalten uns gut mit einem Schweizer Ehepaar, das mit seinen Enkelkindern heute einen Ausflug in die Region gemacht hat. Der Mann hatte vor kurzem einen Motorradfall und ist daher im Moment nicht so gut zu Fuß. Seine Frau fährt mit den Enkelkindern fleißig mit dem Trotti, einem Tretroller, den Berg hinunter, während er das Essen vorbereitet hat.

Nach der längeren Pause, fahren wir noch einmal hoch nach Sillerenbühl und machen dort noch eine kurze Wanderung mit Ausblick. Am Ende teilen wir uns eine Cola und machen uns auf den Weg ins Hotel. Dort wollen wir noch in die Sauna, da dies aber erst ab 20 Uhr geht, spielen wir nach einer kurzen Pause eine Runde Minigolf im Hotel (bei der Julian haushoch gewinnt) und gehen danach im Ort etwas essen (sehr lecker und mit toller Aussicht).