Heute haben wir mit etwas über 5 Stunden reiner Fahrzeit eine lange Strecke zurückzulegen, die längste unseres Urlaubs. Wir haben etwas Angst davor, dass Elias das nicht gut mitmacht, brechen daher früh auf. Aber wir kommen super voran. Julian fährt fast 4 Stunden durch, davon schläft Elias die Hälfte und vergnügt sich mit seinem Kiwi, dem Urlaubssouvenir mit langem Schnabel zum Draufbeißen, die restliche Zeit. Fürs Mittagessen geht es heute zum McDonalds und dann auch schon weiter. Am Ende sind wir noch vor 15 Uhr auf dem Campingplatz in Waitomo, wo wir uns den Rest des Tages erholen. Elias entspannt auf der Krabbeldecke. Danach erkunden er und ich den Campingplatz während Julian ein kleines Mittagsschläfchen macht. Der Campingplatz ist wirklich schön, hat sogar eine kleine Lamafarm, einen Pool und einen Whirlpool. Man kann im Fernsehraum in Sofas relaxen, Airbhockey spielen oder etwas lesen. Wir finden, dass dies der schönste Campingplatz ist auf dem wir bisher waren. Und als wir später entscheiden noch zu waschen, ist Julian begeistert davon wie einfach und unkompliziert das geht. Einfach auswählen, was man will, die Kreditkarte ranhalten und los. Dafür kriegt der Campingplatz noch mal Extrapunkte. Und es gibt auch ein Familienbad, wo Elias von uns am Abend gebadet wird.
Am nächsten Morgen besuchen wir die Waitomo Glowworm Caves. Der Besuch ist richtig cool! Wir erfahren etwas über die Höhle, sehen die Bänder, die die Glühwürmchen zum Fangen von Beute nutzen, und schauen am Ende der Tour auf das Meer von Glühwürmchen als wir mit dem Boot hinausfahren. Leider dürfen wir während der Tour keine Fotos machen, erst ganz zum Ende hin.
Während der Tour gibt es einen Besucher, der mein Lieblingsbesucher wird. Zunächst fragt er zu Beginn der Tour als wir leuchtende Punkte an der Decke sehen, wa das denn sei und die Führerin antwortet: „Glühwürmchen“. Da musste ich schon schmunzeln, heißen die Höhlen doch Glühwürmchenhöhlen. Und dann, später, als die Führerin erzählt, dass wir später das Boot nehmen werden, fragt derselbe Besucher, was man dann dort sehen wird, und die Führerin antwortet wieder: „Glühwürmchen“. Da musste ich mir das Lachen verkneifen, schließlich wirbt die Höhle mit der Bootstour als Highlight, um die Glühwürmchen zu sehen. Hihihi.
Damit ist unser kurzer Aufenthalt hier auch schon vorbei und wir fahren in das Thermalgebiet Rotorua.
Gestern wurde die Fähre zur Insel Kapiti abgesagt und wir befürchten zunächst, dass dies heute auch der Fall sein würde, aber wir haben Glück. Die Fähre wird uns heute auf die Insel bringen.
Nach der Anmeldung und einem Biosicherheitscheck, werden wir mit dem Boot, wie üblich, mithilfe eines Traktors ins Wasser gelassen und wir bekommen unsere Schwimmwesten. Auf Kapiti Island angekommen, erläutert der Guide uns während eines Einführungsvortrages die wichtigsten Vögel und Verhaltensweisen auf der Insel. Danach gehen wir los. Wir nehmen den Wilkensontrack, machen an der Fütterungsstation für Hihis einen Essens- und Stillstopp für Elias. Danach nehmen wir Fahrt auf und sind nach kurzer Zeit auf dem Gipfel. Dort machen wir Pause und essen Mittag. Es ist schon 13:30 Uhr und wir haben mittlerweile ganz schön Hunger.
Zurück geht es über den selben Track. Diesmal kriegt Elias einen Nachmittagssnack an der Hihistation. Danach machen wir noch eine kleinere Runde weiter unten und gehen baden, bevor uns das Boot wieder abholt. Die Wanderung ist sehr schön und wir sehen viele Vögel. Der Ausflug hat sich sehr gelohnt.
Tuihonigfresser (Tui)Waldpapagei (Kaka)Stillpause an der HihifütterungsstationGelbbandhonigfresser/Stichvogel (Hihi)HihiMaorifruchttaube (Kereru)GipfelblickNordinselschnäpper
Zurück an Land, schlendern wir zur Eisdiele, wo Julian sich Lakritzeis bestellt. Auf dem Weg dorthin sehen wir wie unser Kapitän mit dem Boot auf dem Anhänger gegen ein Auto fährt, das zugegebenermaßen sehr schlecht geparkt hat. Wir wissen nicht, was dann geschah, aber als wir nach der Eisdiele da vorbeischlendern hat der Wagen umgeparkt (und eine große Delle in der Stoßstange), der Kapitän spritz sein Boot ab und grüßt uns freundlich. Vermutlich war es am Ende nicht so schlimm.
Wir kommen nach fast ner halbe Stunde Spaziergang wieder am Campingplatz an, sind ganz schön fertig und ruhen uns erst einmal aus. Elias muss eh gestillt werden, das mache ich im Liegen im Van, und er schläft dabei ein. Es ist die zweite Nacht auf diesem Campingplatz, der zwar für jeden Stellplatz ein Privatbad hat, aber dieses leider weder über einen Spiegel (zum Rasieren oder für Kontaktlinsenträger) verfügt, noch über einen Fön. Recyceln kann man hier auch nicht und es gibt keine Abwasserentsorgungsstation. Das wird nicht unser Lieblingscampingplatz, aber immerhin war der Besitzer per E-Mail sehr gut und schnell zu erreichen.
Heute ist unser letzter Tag auf der Südinsel. Als wir vor über einem Monat die Tickets gebucht haben, hatten wir Glück noch einen Platz auf der Fähre um 14:15 Uhr zu erhaschen, so dass wir nicht so spät drüben ankommen, was für Elias gut sein wird, dachten wir. Am Morgen machen wir uns daher rechtzeitig auf den Weg, wollen lieber früher los, um keinen Stress zu haben, obwohl es nur knapp 2 Stunden Fahrt sind. Kurz nach unserer Abfahrt sehen wir dann die E-Mail, dass unsere Fähre ca. 3 Stunden Verspätung haben wird. Wie ärgerlich. Wir hoffen, dass es dabei bleibt und nicht noch später wird. Eigentlich wären wir 17:15 Uhr in Wellington, der Hauptstadt Neuseelands, angekommen, nun wird es wohl mindestens 3 Stunden später.
Wir beschließen in Havelock Pause zu machen. Dort gibt es das Restaurant The Mussel Pot, das uns von einem Freund empfohlen wurde, und dort wollen wir Grünschalmuscheln essen, die es nur in Neuseeland gibt und die wohl sehr gesund sein sollen. Leider hat das Restaurant sowie alle anderen im Ort zu als wir ankommen, da an diesem Tag das jährliche Muschelfestival stattfindet. Wir denken erst, dass wir einfach auf dem Festival Muscheln essen können, stellen dann aber fest, dass man Tickets haben muss und die kosten 60 NZD pro Person, also lassen wir es. Wir sind enttäuscht nun gar keine Muscheln essen zu können, erfahren dann aber, dass man die überall in der Region essen kann. Wir machen also nur einen kurzen Spaziergang zum Festival, das am Hafen stattfindet, füttern und stillen Elias, danach ziehen wir weiter. In Picton, wo die Fähre ablegt, kommen wir gegen 13 Uhr an und beschließen hier die Günschalmuscheln zu essen. In einem Pub teilen wir uns eine Meeresfrüchteplatte, auf der auch Grünschalmuscheln sind. Die Muscheln sind riesig. Ich hatte sie viel kleiner erwartet, sind es doch Miesmuscheln. Außerdem werden sie kalt serviert und gegessen. Geschmacklich finden wir sie ganz gut, vor allem muss man nicht so viel puken wie bei den winzigen Miesmuscheln. Julian ist nicht so begeistert und wir sind uns beide einig, dass die 3 Muscheln genau die richtige Probiermenge waren und wir die nicht unbedingt noch einmal essen müssen. Zum Glück haben wir nicht die 1 kg Portion bestellt.
Nach dem Mittagessen und einem kleinen Spaziergang durch den Ort fahren wir zur Fähre, um dort einzuchecken. Wie erwartet müssen wir nach dem Check-in lange in der Schlange warten bis die Autos von der ankommenden Fähre runtergefahren sind und unsere Spur irgendwann reinfahren kann. Elias amüsiert sich derzeit auf dem Bett und wir nutzen die Zeit um Blog zu schreiben, aufzuräumen und zu putzen. Es ist bestimmt schon das dritte oder vierte Mal, dass wir den Van putzen müssen, und zweimal davon haben wir ihn zusätzlich auch wischen müssen. Eigentlich haben wir darauf gar keine Lust, aber der Dreck fällt einfach sehr schnell an. Es geht auch nicht immer die Schuhe auszuziehen und die Trittfläche ist nun mal sehr klein so dass sich der Dreck einfach schnell anhäuft.
Irgendwann fahren wir dann auf die Fähre, auf der es sogar Fahrstühle, 2 Kinosäle, einen Spielbereich, einen Kinderspielplatz, einen Wickelraum, ein Restaurant, 2 Cafes uvm. gibt. Es fühlt sich an wie ein Kreuzfahrtschiff, nicht wie eine Fährüberfahrt. Die Stühle in denen wir sitzen sind sehr bequem, wir können den Kinderwagen davor stehen lassen, da es genug Platz gibt. Das ist zwar toll, hat aber auch seine Nachteile, denn Elias ist irgendwie der Hit auf dem Boot. Ganz oft werden wir angesprochen, weil die Leute Elias so niedlich finden, nicht nur hier, sie machen dann Quatsch mit ihm, viele fassen ihn auch an und manche wollen ihn sogar auf den Arm nehmen. Das ist schon fast etwas aufdringlich und nervt etwas, aber na ja, was soll man da machen, wenn man so ein niedliches Baby hat?
Wir machen noch ein paar Fotos von der Landschaft, gehen irgendwann etwas essen, später trinken wir Tee und schwuppsdiwuppps ist die Zeit um und wir kommen in Wellington an. Zwar legen wir erst gegen 21 Uhr an, also etwas mehr als 3 Stunden später, und dann dauert es noch eine ganze Weile bis wir rausfahren können, aber wir sind relativ erholt. So fährt sich das kleine Stück bis nach Paraparaumu auch ganz gut. Der Kleine schläft noch als wir gegen 22:30 Uhr am Campingplatz ankommen, wir haben also noch etwas Zeit um uns nach der Ankunft fertig zu machen bevor Elias aufwacht und nicht sehr erfreut darüber ist jetzt noch gewickelt und in den Schlafanzug und -sack gesteckt zu werden. Es gibt aber nur ein kleines Drama und er schläft nach dem Stillen gut weiter.
Es ist Freitag, der 13. und das Wetter leider schlecht. Es ist bedeckt und wir werden am Morgen als wir aus dem Van steigen von einem fiesen Nieselregen begrüßt, der mehr oder weniger den ganzen Tag anhält. Trotzdem machen wir uns mit dem Wassertaxi auf den Weg in den Abel Tasman Nationalpark. Wir hatten das Taxi erst am Vortag gebucht, da hatten wir gewusst, dass es etwas regnen könnte, aber so schlecht haben wir es dann doch nicht erwartet.
Von Nelson aus fahren wir zunächst mit dem Van ca. 1 Stunde nach Marahau, von wo aus unser Wassertaxi abfährt. Wir melden uns nach Ankunft im Büro an und steigen vor Ort in das Boot, das sich auf einem Anhänger befindet, der von einem Trekker gezogen wird. Dieser fährt uns dann zum Strand und lässt uns ins Wasser, da Ebbe ist. Sehr interessant, dass Trekker hier dafür benutzt werden. Haben wir woanders so noch nicht gesehen.
Wir bekommen alle Schwimmwesten, auch Elias. Er macht die Überfahrten gut mit, nickt irgendwann sogar ein. Ich übernehme kurz das Steuer als der Skipper draußen die Scheibe putzen muss.
Im Nationalpark angekommen kann das Boot uns in der Torrent Bay nicht direkt am Strand absetzen, da es sehr flach ist und den Motor nicht weit genug absenken kann. Wir ziehen daher zunächst unsere Schuhe aus und krempeln die Hose etwas hoch, müssen dann aber sogar unsere Hose ausziehen, um trockenen Fußes an Land zu kommen, da es doch etwas tiefer ist und das Boot nicht näher heranfahren kann. Was für ein Abenteuer.
Danach müssen wir uns erst mal um Elias kümmern, der Hunger hat. Im Regen wird er gefüttert und gestillt, danach baut Julian mit der Turkish Airlines Transporttüte für unseren Kinderwagen einen improvisierten Regenschutz für Elias. Am Ende beginnen wir unsere Wanderung erst eine Dreiviertelstunde später, da wir unsere Schuhe und Klamotten auch wieder anziehen mussten, um sie danach gleich wieder auszuziehen. Julian hat schon Angst, dass die Flut kommt als wir es endlich losschaffen.
Die kurze Wanderung von der Torrent Bay zu Anchorage kann man nur bei Ebbe machen. Es ist meine allererste Wattwanderung und sie ist wunderschön. Wir stapfen in unseren Wasserschuhen durch den nassen Sand, entlang der hohen Pfeiler, die den Wanderweg markieren. Überall liegen Muscheln und es sind ganz kleine Krebse zu sehen. Allerdings bewegen die sich so schnell, dass man sie nicht fotografieren kann. Elias macht alles gut mit und schläft nach anfänglicher Begeisterung in der Kraxe ein.
Neuseeländischer Austernfischer
In Anchorage angekommen machen wir am gelb schimmernden Strand Mittagspause. Es nieselt noch etwas, aber das ist nicht weiter schlimm. Die Bucht ist wirklich schön, sogar bei schlechten Wetter. Wie schön muss es hier sein bei Sonnenschein? Danach wandern wir auf die andere Seite der Insel, in die Te Pukatea Bucht. Diese ist auch eine Augenweide und wir sind etwas traurig, dass heute kein Badewetter ist, so wie noch am Vortag, denn diese Bucht ist dafür mehr als geeignet.
Zurück in Anchorage, holt uns das Boot sogar schon etwas früher ab als gedacht. Wir legen wieder Schwimmwesten an und können diesmal in Marahau mit dem Boot bis an die Rampe fahren, da Flut ist. Mit dem Bus geht es diesmal zurück zum Büro. Es war ein sehr schöner Tag und wir sind ganz schön platt abends, haben das Gefühl fast einen kleinen Sonnenstich zu haben. Wir schwärmen immer noch von der Schönheit des Nationalparks, der auf jeden Fall einen Besuch wert war.
Am Morgen sind wir noch müde als der Wecker um 7:30 Uhr klingelt und kriechen erst eine halbe Stunde später aus den Federn. Nach dem Frühstück besuchen wir noch mal das Wildlife Centre, um den Kiwi zu sehen, da unser Ticket 48 Stunden gilt. Wir haben Glück, denn er ist wach und sehr aktiv, geht hastig auf und ab, und sucht das Unterholz mit seinem spitzen Schnabel ab. Wir beobachten ihn eine ganze Weile, nicht zuletzt auch, weil unsere Augen eine ganze Weile benötigen um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Damit Besucher den sonst nachtaktiven Kiwi tagsüber sehen können, wurde sein Tag-Nacht-Rythmus durch die Beleuchtung (nachts gehen die Lichter an) umgekehrt. Wir lernen bei unserem Besuch u.a. dass der Kiwi der einzige Vogel weltweit ist, der die Nasenlöcher am Ende des Schnabel hat, nicht am Anfang. Wir sehen auch noch mal die Pinguine, die heute sehr agil und am Tauchen sind. Vom Kiwi durften wir leider kein Foto machen, da es seine Augen schädigen wü0ie ihn auswildern wollen.
Danach fahren wir in Richtung Punakaiki, mit mehreren Stopps auf dem Weg. Unsere Route führt an der Westküste entlang, über Hokitika und Greymouth. Im Reiseführer steht, es gäbe in Greymouth absolut nichts zu sehen, daher machen wir unsere Mittagspause in Hokitika, dem Zentrum des Jadehandels. Der Ort liegt direkt an der Tasmanischen See und ist wirklich schön. Wir parken am Strand, wo aus angeschwemmtem Holz Figuren gebaut wurden. Am Strand entlang spazieren wir ins Zentrum, wo wir Fish and Chips essen und einen Jadeshop besuchen. Jade bzw. Pounamu, wie es von den Maori auch genannt wird, wird an der Westküste zwischen Hokitika und Greymouth abgebaut und gibt es hier überall in Form von Ketten, Anhängern, Ohrringen usw. zu kaufen. Wir überlegen ein Andenken mitzunehmen. Preislich ist es für Jade ok hier, obwohl wegen der Tourbusse wohl etwas überteuert, daher kaufen wir am Ende doch nichts.
Nachdem wir Greymouth durchquert haben ohne anzuhalten, da es dort ja nix zu sehen gibt, ist der nächster Stopp unser Campingplatz. Von dort aus gehen wir danach 15 Minuten zu Fuß nach Pancake Rocks. Die Eierkuchenfelsen, wie sie übersetzt heißen, haben ihren Namen daher, dass sie aussehen wie gestapelt Eierkuchen. Am gleichen Ort kann man auch meterhohe Blow Holes sehen, wenn die Wellen stark genug sind, aber während unseres Besuches scheint das nicht der Fall zu sein.
Auf dem Rückweg besucht Julian noch eine Höhle, zusammen mit einer Urlauberin, die dies auch gerade vor hat. Ich bin nicht so scharf darauf durch die dunköe Höhle zu stapfen, warte draußen und passe auf Elias auf, den wir dort eh nicht mitreinnehmen wollen.
Abends machen wir ein schnelles Abendbrot und gehen dann ins Bett, um am nächsten Tag fit zu sein. Dieser führt uns nach Nelson. Der Weg dorthin verläuft nur noch eine kurze Weile an der Westküste und Tasmanischen See entlang, die mich an die Ostsee erinnern. Wir sind etwas traurig diese jetzt zu verlassen, hat sie uns (zugegebenermaßen doch eher mir) so viel Entspannung verschafft. Wir machen ein paar Pausen und mittags Rast an einem idyllisch wirkenden Rastplatz, wo wir im Halbschatten parken und unsere Campingstühle und den Tisch im Gras aufbauen. Nach kurzer Zeit stellen wir aber leider fest, dass sich hier sehr viele Hummeln tummeln und diese es auf unseren weißen Van abgesehen haben. Elias hat auch etwas Angst bekommen und wir dann auch. Obwohl das Wetter super ist, essen wir draußen nur kurz die Würstchen und verbringen dann den längsten Teil der Mittagspause im Van.
Auf unserem Campingplatz in Nelson kommen wir früh an und entscheiden spontan die Zeit zu nutzen um noch einmal zu waschen. Daraus wird dann aber leider eine längere Aktion, da erst die Onlinebezahlung am Waschautomaten kompliziert ist, dann die Waschmaschine kein Waschpulver hat und dann als wir dieses Problem gelöst hatten gar nicht funktioniert. Julian ist auf 180, vor allem, da wir bei der Anmeldung gesagt haben, dass wir waschen wollen. Das Ganze endet damit, dass ich mit dem Van zur Rezeption fahre, um mich zu beschweren und uns Waschmünzen und-pulver zu besorgen damit wir überhaupt noch waschen können. Wenigstens ist die Dame an der Rezeption einsichtig und gibt uns das Waschmittel und eine Waschmünze kostenlos. Dieser Campingplatz ist uns sehr unsympathisch, da er so groß ist und nirgendwo jemand vom Personal in der Nähe ist, den man bei Problemen ansprechen kann. Die Rezeption ist 10-15 Minuten zu Fuß entfernt. Ich finde es außerdem erstaunlich, dass wir so nah am Flughafen sind, quasi in der Einflugschneise, und dies auf der Webseite des Campingplatzes nirgendwo erwähnt ist. Der Campingplatz heißt …Beach Resort…, d.h. man vermutet Strandnähe und damit wirbt er auch. Ich scherze mit Julian und nenne ihn kurzerhand in …Airport Strip Beach Resort…um.
Das Wetter ist toll und wir beschließen den Ärger sofort hinter uns zu lassen und baden zu gehen. Elias wird in seinen hautengen Badeanzug gesteckt, eingerieben und in die Kraxe gesteckt. Wir ziehen unsere Badesachen an und laufen gemeinsam zum Strand. Das Gute ist, dass sich der Campingplatz wirklich direkt am Strand befindet. Außerdem haben wir Glück, da gerade Flut ist. Das Wasser ist auch nicht so kalt, aber von den 32 Grad vom Babyschwimmen doch etwas entfernt. Elias geht daher am Ende nur kurz rein und wird sogleich umgezogen und warm eingepackt. Kurz danach ist er auch schon eingeschlafen, wir haben ihn wohl ganz schön ausgepowert…
Abends kochen wir ein leckeres Ananas-Mango-Hähnchen Curry mit Reis und schaffen wir es endlich mal einen Tee zu trinken bevor wir Elias ins Bett bringen. Sogar Fotos bei Sonnenuntergang machen wir noch. Danach organisieren wir, wie immer noch etwas. Meist handelt es sich um einen Krippenplatz für Elias, Vorbereitungen für die nächsten Tage oder das Beantworten dringender E-Mails.
Wir sind auf dem Weg zum Franz Josef Gletscher. Chat GPT wollte, dass wir die gut 500 km an einem Stück durchfahren, was ca. 7 Stunden ohne Pause wären. Mit Baby hätten wir aber viel öfter anhalten müssen, daher haben wir uns dagegen entschieden und einen Stopp am Lake Hawea eingebaut. Darüber sind wir froh. So müssen wir nicht hetzen, können öfter anhalten und hier und da mal einen Spaziergang machen. Das wäre sonst nicht möglich gewesen. Wir gehen soweit zu sagen, dass wir die Strecke mit Baby an einen Tag nicht geschafft hätten, auch nicht, wenn man früh losgefahren wäre.
Bis zum Lake Hawea kennen wir die Strecke ja schon, bis auf das letzte kleine Stück. Wir sind vom Lake Wanaka aus schon einmal so gefahren, und der Lake Hawea liegt direkt neben dem Lake Wanaka. Anders als auf dem Hinweg entscheiden wir uns aber in Queenstown Halt zu machen, der Abenteuerstadt. Hier kann man Kajak fahren, Raften, Bungeejumpen und vieles mehr. Mit Baby ist das alles nichts für uns, aber es ist trotzdem nett in der Innenstadt und am Hafen herumzulaufen und etwas von dem Flair aufzusaugen. Das Wetter tut sein Übriges. Wir essen auch gut Mittag, in einem karibischen Restaurant, und gönnen uns danach Patagoniaeis. Nach beidem sagen wir, dass uns ein Gericht bzw. eine Kugel gereicht hätten, aber lecker war es!
Die Fahrt ist wieder mal wunderschön und wir sind beeindruckt von der hübschen Landschaft. Wir sehen auch wieder viele Schafe und Rinder auf dem Weg und gewinnen den Eindruck, dass Landwirtschaft in Neuseeland einfach viel größer betrieben wird als bei uns. Wir halten öfter an, u.a. auch direkt am Wanaka Lake, wo wir unsere Stühle herausnehmen und direkt am Ufer des Sees eine Stillpause einlegen. Die Sonne tut gut, vor allem nach dem Regentag am Vortag. Als wir abends auf dem Campingplatz am Lake Hawea ankommen, sind wir allerdings nicht so begeistert. Unser Stellplatz liegt sehr weit von den Toiletten weg und der Campingplatz ist nicht sehr modern, die Anlagen in die Jahre gekommen. Das einzig nette ist die Lage direkt am Wasser und der Seeblick. Da wir noch voll von der Völlerei in Queenstown sind, essen wir abends nur etwas Brot und gehen dann ins Bett. Elias wacht nach dem Stillen um 20 Uhr zwar noch mal auf und ist dann länger wach, er ist aber ganz lieb und so lassen wir ihn machen. Es ist ja auch für ihn Urlaub.
Am nächsten Morgen essen wir nur ein paar Kekse zum Frühstück und starten früh in den Tag, da wir ca. 4 Stunden zum Franz Josef Gletscher fahren müssen. Wir wollen lieber etwas mehr Puffer und Zeit unterwegs haben. Mittagspause machen wir bei Ankunft an der Westküste, direkt am Strand. Es ist schön bei Sonne im Sand zu liegen und Elias scheint es auch zu gefallen. Wir sind uns einig, dass das bisher der schönste Tag in Neuseeland war. Auf dem Rückweg zum Auto laufe ich noch durch das Wasser am Strand entlang. Es fühlt sich gar nicht so kalt an und ich kann mir vorstellen, darin die Tage noch mal zu baden.
In Franz Josef angekommen, machen wir zunächst den Gletscherspaziergang. Der soll 30 Minuten gehen, aber nach 10 Minuten ist Schluss. Aus Sicherheitsgründen ist der Weg gesperrt, denn der Fluss hat seinen Lauf geändert dodthin wo der Wanderweg war. Wir sind enttäuscht und bereuen es am Fox Glacier, ein paar Kilometer vorher, den Gletscherspaziergang nicht gemacht zu haben. Also gehen wir den Weg zurück Richtung Parkplatz und machen den Sentinel Walk, der nur 20 Minuten gehen soll. Er entschädigt uns etwas für de kurzen Gletscherspaziergang, da es gut hochgeht und der Ausblick sich lohnt, auch, wenn auch dieser Weg nur kurz ist.
Danach machen wir uns auf ins Wildlife Centre, um einen Kiwi zu sehen. Wir haben Pech, er verkriecht sich schon sehr früh und kommt nicht mehr raus. Da unser Ticket 48 Stunden gilt, wollen wir es am Folgetag morgens noch einmal probieren. Wir hoffen, wir haben dann mehr Glück. Immerhin machen wir Bekanntschaft mit dem Zwergpinguin, der kleinsten Pinguinart. Verletzte Tiere finden hier ein Zuhause und werden aufgepeppelt.
Heute machen wir uns auf den Weg nach Te Anau, von wo aus wir das Fjordland erkunden wollen und wo wir deshalb 3 Nächte bleiben. Der Campingplatz in Te Anau ist auch ein Tasman Holiday Park, so wie der in dem wir diese Nacht verbracht haben, und wir freuen uns drauf. Unser Eindruck ist, dass die Tasman Parks viel kleiner sind als die TOP10 Parks und der Standard der Gemeinschaftsanlagen, insbesondere der Waschräume, viel höher ist.
Auf dem Weg fahren wir einen kleinen Schlenker, um Arrowtown zu besuchen, eine alte Goldgräberstadt, die mit typischen Gebäuden aus dieser Zeit aufwartet, die heute kleine Läden und Cafés beherbergen. Es ist sehr nett durch das kleine Städtchen zu schlendern und etwas von dem Goldgräberfeeling aufzusaugen.
Mittags machen wir Halt am Wakatipusee. In diesem herrscht Tide, d.h. er verändert alle 25 Minuten seine Höhe um 10-20 cm. In einer Legende der Maori heißt es, dass ein Riese am Boden schläft dessen Atem die Schwankungen des Wasserspiegels verursacht.
Te Anau erreichen wir am Nachmittag, haben bis abends noch viel Zeit. Wir entscheiden uns daher Elias zu baden und nutzen dafür das Famielenbadezimmer mit eigener Badewanne für kleine Kinder. Danach stellen wir fest, dass die neuen Feuchttücher die wir gekauft hatten, gar keine sind, sondern Windelmülltüten, daher geht Julian noch mal los und besorgt richtige. Abends packen wir dann alles für die Dampferfahrt in Milford Sound am Folgetag zusammen. Wir haben die Fahrt um 11:45 Uhr gebucht. Von Te Anau sind es noch 2 Stunden bis dorthin, das Unternehmen rät sogar 2,5 Stunden einzuplanen. Außerdem müssen wir vom kostenlosen Parkplatz noch 30-40 Minuten zum Visitor Terminal gehen und dort sollen wir 25 Minuten vorher einchecken. D.h. mindestens 3,5 Stunden vorher losfahren, mit Baby aber noch mehr, denn vermutlich müssen wir noch mal unterwegs stillen. Am Ende stehen wir um 7 Uhr auf, fahren kurz vor halb 8 los und kommen 9:30 Uhr am kostenlosen Parkplatz an. Wir sind froh so früh dran zu sein, denn wenige Minuten später ist er voll. Wir beschließen erst mal richtig zu frühstücken und gehen dann 10:15 Uhr zum Terminal, das wir gegen 10:40 Uhr erreichen. Dort bietet uns die Frau an, bereits die Dampferfahrt um 10:45 Uhr nehmen zu können, was wir machen.
Die fast 2-stündige Dampferfahrt geht schnell vorbei. Sie ist schön, wir sehen viele Wasserfälle und ein paar Robben. Ich bin von der Fahrt allerdings etwas enttäuscht. Es regnet und ist neblig, deshalb entfaltet sich aus meiner Sicht die Schönheit des Fjords nicht so richtig. Im Reiseführer wird von den steil abfallenden Fjordwänden geschwärmt und es heißt, dass sich die Schönheit des Ortes erst bei Regenwetter richtig entfaltet, aber ich denke nur an die Fotos des Fjords, die ich bei schönem Wetter gesehen habe und bin deshalb nicht ganz so begeistert.
In Milford Sound an sich gibt es nicht viel zu sehen, daher machen wir uns nach der Dampferfahrt direkt auf dem Weg zurück zum Auto, mit einem kleinen Umweg um das Ufer noch zu erkunden. Mittlerweile regnet es auch richtig stark und wir sind froh irgendwann im Trockenen zu sein. Unsere Regenkleidung ist zwar toll, gibt aber bei den Wassermassen und der Dauer des Regens langsam auch den Geist auf.
Am Auto angekommen haben wir Hunger und braten uns ein Ei im Van, essen den Salat, den ich am Vorabend zubereitet hatte, und gönnen uns am Ende noch einen Kaffee/Tee. So lässt es sich leben. Irgendwann als es nicht mehr regnet will Julian mal lüften und macht die Vantür auf. Nach kurzer Zeit schließt er diese wieder, da ganz viele Sandflies hineinströmen und uns gleich stechen. Auf einem der Schilder haben wir gelesen, warum es in Milford Sound so viele davon gibt. Der Legende nach hat ein Gott die Schönheit des Ortes erkannt und befürchtet, dass die Menschen diesen nie wieder verlassen, deshalb hat er die Sandflies geschaffen.
Nach fast 2 Stunden Pause, in denen wir natürlich auch das Baby gefüttert und gestillt haben, fahren wir zurück nach Te Anau. Die Rückfahrt entschädigt mich für die Dampferfahrt und das Sauwetter am heutigen Tag, denn es klart auf und die Sonne kommt raus. Es ist wohl normal, dass es in Milford Sound deutlich mehr regnet als in Te Anau. Das hat damit zu tun, dass die Wolken dort wegen der hohen Berge zunächst abregnen müssen bevor sie weiterziehen können. Dank des guten Wetters machen daher ein paar kurze Fotostopps auf der Milford Road, einschließlich bei den Mirror Lakes. Es entstehen ein paar nette Fotos.
Zurück in Te Anau grillen wir abends und gehen rechtzeitig ins Bett. Wir schlafen am Tag drauf aus und nutzen ihn als Ruhetag. Wir leeren den Abwassertank des Vans, füllen Frischwasser nach, waschen unsere Kleidung, gehen einkaufen, etc. Und zwischendrin machen wir Sightseeing, besuchen das Fiordland Visitor Centre und das Bird Sanctuary, beides kostenlos. Leider ist nicht so gutes Wetter und es regnet immer wieder. Wir hätten am Vortag noch schnell im See baden gehen sollen, denn heute sind nur 15 Grad, statt gestern 20. Tja, Pech gehabt. Der Tag ist aber auch so schön und wir lade unsere Batterien wieder gut auf.
Nach einer anstrengenden Nacht starten wir mühsam in den Tag. Frühstückessen in der Sonne, mit Blick auf den Lake Tekapo, ist aber echt schön. Heute gibt es auch wieder warme Milch fürs Müsli. Nachdem jeder eine Portion für seine Schüssel hat, stellen wir die restliche Milch für später auf den Boden. Irgendwann hören wir dann ein Schlürfgeräusch und wundern uns woher das kommt. Nun ja, ein Blick auf den Boden verrät, dass sich die Ente an unserer Milch bedient hat. Wir waren uns eh nicht sicher, wer diese am Ende nimmt, nun ist es entschieden.
In den letzten Tagen hatten wir öfter Enten auf den Campingplätzen gesehen, die den Gästen einen Besuch abgestattet hatten. Scheinbar gibt es hier immer gut was zu essen. Auf diesem Campingplatz haben wir aber eher Häschen gesehen. Als ich am Abend vorher abends noch mal auf die Toilette bin, tummelten sich von unserer Tür 3 kleine Hasen. Die sind hier nicht heimisch und wohl eine Plage (die mittlerweile aber unter Kontrolle zu sein scheint), aber wir finden es niedlich.
Wir entscheiden uns gegen eine kleine Wanderung bzw. Schwimmen im See und machen uns nach dem Frühstück direkt auf den Weg zum Lake Wanaka. Wir wollen lieber mehr Zeit vor Ort haben, aber die kurze Fahrt zieht sich. Unterwegs halten wir einfach sehr oft an, u.a. um Pausen und Fotos an Aussichtspunkten zu machen, wie z.B. am Pukakisee mit Blick auf den Mount Cook. Julian kümmert sich derweil um den Kindersitz, dessen Gurte sich ständig verdrehen, und der uns keine Freude bereitet. Irgendwann fahren wir über den Lindis Pass, wo auch 7 vs. Wild gedreht wurde. Man kann zwar nicht viel sehen, aber die Landschaft erinnert in der Tat an die Staffel. Kurz dahinter halten wir an und machen Mittagspause.
Am frühen Nachmittag erreichen wir Wanaka und parken direkt am See. Julian ist so fertig, dass er gleich aufs Bett springt und ein Schläfchen macht. Der Kleine und ich gehen an den Strand, dort ist es zwar super sonnig, aber so windig, dass wir es auch unter dem Baum im Schatten nur kurz aushalten. Zurück am Auto ist Julian wach und ausgeruht, wir machen uns also gemeinsam auf den Weg zum Wanaka Tree. Es ist ein kurzer Spaziergang am See dorthin, den Elias in der Trage auch gut mitmacht. Ich bin etwas enttäuscht von dem wohl meistfotografierten Baum Neuseelands, als ich ihn zunächst erblicke. Als ich dann aber ein Foto mache, erkenne ich die Schönheit des Motivs. Nach diesem Highlight gehen wir zurück, vorbei an unserem Van, in Richtung City und essen dort ein Eis. Es ist nett dort, mit den vielen kleinen Geschäften und der Sonne, die ganz schön knallt. Das merken wir die Tage immer wieder. Obwohl ich mich gut und mehrmals am Tag einreibe, hatte ich schon öfter das Gefühl, ein bisschen Sonnenbrand im Gesicht zu haben. Wenn dann auch noch viel Wind weht, täuscht das darüber hinweg wee stark die Sonne ist. Ist wie an der Ostsee ;-).
Wir schlendern noch etwas herum, machen ein paar Besorgungen und fahren dann zum Einchecken auf den Campingplatz. Heute sind wir früh dran und haben Zeit, daher koche ich Dhal während Julian auf den Kleinen aufpasst. Abends schaffen wir es Elias gegen 21 Uhr ins Bett zu bringen und haben das Gefühl, dass es ihm gut tut. So haben wir auch etwas Zeit für uns am Abend und gehen nach dem ersten Stillen auch rechtzeitig ins Bett. Die Nacht wird dann zum Glück deutlich besser, so dass wir am nächsten Morgen ausgeruht in den Tag starten können.
Am Morgen dauert es eine Weile bis wir loskommen. Wir sind noch nicht eingespielt und Julian verbringt einige Zeit damit zu überlegen, wie wir alles sinnvoll verstauen können. Zum Glück sind sie auf dem Campingplatz flexibel und erlauben auch bis 11 Uhr auszuchecken. Eigentlich ist 10 Uhr Standard. Danach fahren wir noch mal an den Strand etwas weiter südlich bei Christchurch. Elias nehmen wir in die Manduca und tragen ihn auf dem Rücken. So spazieren wir ein bisschen am Strand entlang, machen noch ein paar kleinere Besorgungen und fahren dann zum Lake Tekapo. Von Christchurch kriegen zir nur einen kleinen Eindruck. U.a. bleibt hängen, dass 2011 ein Erdbeben die Stadt erschütterte, infolgedessen viele Häuser neu gebaut wurden, weshalb man wenig alte Bauten sieht.
Wir kommen mit dem Van gar nicht so gut voran, haben das Gefühl ständig anzuhalten. Mal, weil wir einen Fotostopp machen, mal weil Elias gefüttert bzw. gestillt werden muss, mal, weil wir Hunger haben bzw. ich Lust auf Kaffee habe. Irgendetwas findet sich immer. Die Zeit haben wir aber eingeplant, insofern kein Problem.
In Lake Tekapo angekommen, checken wir auf dem Campingplatz ein, der direkt am See liegt. Von dort aus spazieren wir ins Zentrum, essen abends etwas und gehen dann im Dunkeln zurück. Elias schläft dabei fast die ganze Zeit. So schön der Abend war, so schlecht wird dann die Nacht. Elias will ewig nicht einschlafen und lässt sich nicht von der Brust abstöpseln, sogar Julians Wippen hilft nur kurz, da sein Schlaf so leicht ist. Zu allem Überfluss geht der Alarm in unserem Van mehrmals die Nacht an als wir rausgehen und so richtig verstehen wir nicht was wir dagegen machen können. Am nächsten Morgen sind wir ganz schön platt, aber die Reise geht weiter…
Heute ist schon unser letzter Tag in Singapur. Die Zeit ist wie im Flug vergangen. Ich werde schon sehr früh wach, nicht zuletzt vom Stillen, daher stehe ich irgendwann auf und frühstücke um kurz nach 7 Uhr mit Anne, die heute früh zur Arbeit muss. Meine Stimme, die gestern Abend fast komplett weg war, ist dank des heilenden Ingwertees vom Vorabend zum Glück wieder zurück.
Unser Flug geht erst abends um 19:50 Uhr. Den Morgen gehen wir daher ruhig an, packen alles zusammen, machen uns fertig und spazieren dann noch ein bisschen in der Wohnanlage von Anne und Vin herum. Mittag essen wir zu Hause mit dem Vater von Vin und plaudern ein bisschen. Plötzlich ist Anne schon wieder zurück und es ist Zeit Nico von der Schule abzuholen, was wir heute alle gemeinsam machen. Er freut sich sehr und es entsteht ein nettes Selfie in der Schule.
Zum Glück schaffen wir es noch trocken zurück nach Hause, doch als wir gerade mit dem Fahrstuhl nach oben fahren, fängt es an zu donnern und zu regnen. Kurzerhand sagen wir den Besuch der Rooftop Terrace ab. Nach einem Kaffee bestellen wir dann über die App, mit Annes Hilfe, unser Taxi. Wegen des Regens haben wir lieber etwas früher angefangen und sind froh, dass am Ende unser ganzes Gepäck in das kleine bestellte Taxi passt. Wir mussten auch ein bisschen puzzeln, aber es hat gepasst. Unten am Gebäudeausgang verabschieden wir uns von Anne und Nico. Vin hatten wir schon am Morgen Tschüß gesagt. Dann geht es los. Wir sind fast 3 Stunden früher am Flughafen, also sehr früh, aber am Ende ist das ganz gut. Ich finde meine Halstabletten nicht mehr, also haben wir Zeit um in der Apotheke in Terminal 3 Ersatz zu kaufen. Außerdem können wir noch Abend essen bevor wir ins Flugzeug steigen. U.a. Essen wir Dosa, das wir am Vortag zum ersten Mal probiert hatten.
Der Flug nach Christchurch ist dann schwierig. Obwohl im Vergleich zum Flug von Istanbul nach Singapur gleich lang, kommt er uns sehr kurz vor, gleichzeitig kriegen wir kaum Schlaf. Wir haben Pech, dass der Kleine kurz nachdem er gerade eingeschlafen war wegen Turbulenzen wieder aus dem Babybassinet genommen werden musste und dabei aufwacht. Außerdem bietet einer unserer Sitzplätze keinen Platz für die Beine, da diese im Flur stehen, wo die Leute ständig vorbeigehen und einen entweder streichen oder schlimmer auf den Fuß treten. Das Ergebnis ist das Gleiche: Man wacht jedes Mal auf und bekommt keinen Schlaf.
In Christchurch angekommen, verpassen wir gerade unser Shuttle und müssen aufs nächste knapp 1 Stunde später warten. Pech gehabt. Aber die Zeit vergeht schnell mit Windeln wechseln, Kaffee trinken, etc. Als wir in der Ausleihstation ankommen sind wir zwar relativ schnell dran, müssen dann aber fast 1,5 Stunden warten bis eine Person, die uns den Wagen übergeben kann, Zeit hat. Es ist wohl gerade viel los. Immerhin gibt es kostenlos Kaffee und Tee und die Leute, die auch warten müssen, sind nett, so unterhalten wir uns wenigstens gut.
Nach der Übergabe des Campervans fahren wir einkaufen und dann direkt in den Holiday Park. Wir sind total fertig, trotzdem machen wir noch einen Spaziergang zum Strand, da die Sonne so schön scheint. Wir probieren zum ersten Mal die Babytrage aus, die wir von Freunden geschenkt bekommen haben, und sind begeistert. Eigentlich soll man die erst ab 8 Monaten verwenden, aber wir haben Elias vor der Abreise reingesetzt und sehen bei unserem eher kurzen Nutzungsverhalten keinen Grund, der dagegen spricht. Außerdem kochen wir abends noch Nudeln im Campervan, um zu testen ob alles funktioniert. Morgen könnten wir sonst noch einmal den Wagen tauschen, solange wir noch in der Nähe sind. Dann geht es ins Bett und wir können endlich schlafen.