Heute fahren wir mal mit der MRT, der Metro Singapurs, in die Stadt. Nico ist begeistert und navigiert. Er liebt es Bus und Zug zu fahren und kann einem stundenlang auf dem Handy Routen zeigen und erklären, da hat er sich reingenerded. Julian findet das ziemlich cool und bietet ihm ein aufmerksames Publikum. Für Vin ist es das erste Mal in dieser MRT Station. Er fährt sonst meistens Auto oder Taxi. Er lebt schon deutlich länger in Singapur als Anne, wir sind daher überrascht als er das erzählt. Zu seiner Verteidigung sagt er, dass es damals nur 2 MRT Linien gab, es also nicht besonders attraktiv war. Mittlerweile sind es 6 Linien. Zur Erinnerung an den bedeutungsvollen Moment machen wir ein Foto.

Die MRT gefällt uns richtig gut. Sie ist klimatisiert und sehr sauber. Überall gibt es Toiletten, oft auch mit Wickeltischen, und auch die sind sehr sauber. Es gibt an jeder Station Rampen und Fahrstühle um in die MRT zu gelangen, alles ist recht intuitiv. Sein Ticket bezahlt man indem man mit der Kreditkarte beim Reingehen und Rausgehen die Schranke öffnet, was problemlos funktioniert. Für Kinderwägen oder Rollstuhlfahrer gibt es immer einen breiteren Durchgang. Im Vergleich zu unserer Erfahrung letztes Wochenende in Paris sind wir begeistert von der Nutzerfreundlichkeit und Barrierefreiheit in Singapur. So macht es Spaß die öffentlichen Verkehrsmittel auch mit Kinderwagen zu nutzen. Im Bus lief auch alles reibungslos ab. Auch dort hält man beim Einsteigen und Aussteigen seine Kreditkarte an ein Lesegerät, so wird der Preis berechnet. Wichtig ist nur, das Auschecken nicht zu vergessen, sonst kann es teuer werden.
Es fühlt sich an wie ein kleiner Trip durch Indien als wir am Sonntag, am bestbesuchten Tag der Woche, alle gemeinsam durch Little India schlendern. Viele Leute, ein bisschen Gedrängel, Autos, die direkt neben einem vorbeifahren, hier und da ein Ladenbesitzer, der einen ins Geschäft locken möchte, und natürlich all die kleinen Läden mit indischen Süßigkeiten, Snacks, Stoffen, etc.. Aber, es ist viel besser als damals in Indien, denn dieses Mal haben wir jemanden dabei, der weiß, wo es leckeres Essen gibt und es bedrängt einen keiner. Vin führt uns gekonnt durchs Viertel, angefangen mit einem Shop mit indischen Süßigkeiten, die in Nullkommanichts verputzt sind. Meine Favoriten sind der Kuchen aus gebrannter Milch und der Donut, der in Milch in Zucker getränkt wurde. Wir stellen fest, dass wir in Indien damals gar keine Süßigkeiten probiert haben. Wir waren damals ein wenig verunsichert, ob bzw. wo man sicher Streetfood essen kann und haben es am Ende dann gelassen. Ein Versäumnis, wie wir jetzt merken! Vin erinnert sich, dass wir damals in Dehli nicht so begeistert waren und meint, wir sollten Indien noch eine Chance geben. Er schlägt vor, dass wir vielleicht da mal gemeinsam hinfahren. Da wären wir bestimmt dabei!

Weiter geht es durch das Viertel, was gar nicht so einfach ist, denn wir haben einen Kinderwagen dabei und meist ist wenig Platz um sich damit auf dem Gehweg mit den anderen Passanten zu arrangieren. Ab und zu müssen wir ihn um eine Laterne herum tragen, weil rechts davon schon ein Laden oder eine Wand ist und links davon der Bürgersteig zu Ende. Nico, der am liebsten die ganze Zeit den Kinderwagen schiebt, hat es nicht so leicht und Julian hilft ihm liebevoll alle Hindernisse zu überwinden. Vielleicht auch nicht immer ganz uneigennützig, schließlich transportiert er wertvolle Fracht;-)

Irgendwann schlendern wir auch vorbei am Mustafa Centre. Der Typ, dem es gehört, hat wohl damals mit einem kleinen Laden angefangen und über die Zeit immer mehr expandiert. Mittlerweile ist daraus ein vierstöckiges Kaufhaus geworden in dem man so gut wie alles kaufen kann. Gegenüber gehen wir in ein kleines Café, das klimatisiert ist. Dort serviert ein Roboter das Essen, das man vorher bestellt hat. Wir trinken Wasser, ein Mangolassi, Kaffee bzw. Tee und essen am Ende noch ein Dosa, ein hauchdünnes, knuspriges Fladenbrot, das aus der südindischen Küche stammt. Es schmeckt wirklich sehr gut, vor allem auch das Kokoschutney. Für Julian und mich ist es das erste Mal, dass wir soetwas essen. Toll, dass wir das hier erleben dürfen!



Nach Little India besuchen wir Chinatown. Auch hier herrscht Trubel. Uns fällt der Pandan Cake auf, eine Art fluffiger Sandkuchen, der aus Pandanblättern gemacht wird und daher innen grün ist. Wir kaufen Kaya, eine Kokusnussmarmelade, die ich am Vortag bei Anne und Vin probiert hatte und die wohl in Form von Kaya Toast ein typisch singapurisches Gericht ist. Nico isst auch vor Ort gleich einen Kaya Toast und wir gönnen uns alle ein Kaltgetränk. Wieder ein kulinarischer Stopp. Ich habe in Annes Reiseführer gelesen, dass wir eigentlich alles richtig machen, denn statt einmal groß zu essen, soll man lieber mehrmals klein essen. Das wäre nicht nur wegen der Hitze gut, so würde man auch die Möglichkeit haben viele verschiedene Köstlichkeiten zu probieren. Julian ist schon seit einer Weile total satt, hat auch schon zuvor nur sehr wenig vom Dosa gegessen, wohingegen Anne und ich es uns haben gut gehen lassen. Ich helfe Nico auch jetzt bei seinem Kaya Toast. Im Moment stille ich und kann mir das erlauben. Auch Vin hält sich etwas zurück, denn er macht gerade 10 Tage Detox, also kein Gluten und keine Milchprodukte. Gar nicht so leicht.

Zum Schluss besuchen wir noch einen indischen Tempel und essen Eis. Am Vortag wollte wir schon Eis essen, aber sind dann auf Milchskakes umgestiegen, weil das nächste Eiscafe etwas weit weg war. Heute gönnen wir uns Ananas- und Maulbeereneis bevor wir zurück nach Hause fahren und den Abend dort mit vietnamesischem Essen ausklingen lassen.















































































































