16.-17. März: Waitomo Glowworm Caves

Heute haben wir mit etwas über 5 Stunden reiner Fahrzeit eine lange Strecke zurückzulegen, die längste unseres Urlaubs. Wir haben etwas Angst davor, dass Elias das nicht gut mitmacht, brechen daher früh auf. Aber wir kommen super voran. Julian fährt fast 4 Stunden durch, davon schläft Elias die Hälfte und vergnügt sich mit seinem Kiwi, dem Urlaubssouvenir mit langem Schnabel zum Draufbeißen, die restliche Zeit. Fürs Mittagessen geht es heute zum McDonalds und dann auch schon weiter. Am Ende sind wir noch vor 15 Uhr auf dem Campingplatz in Waitomo, wo wir uns den Rest des Tages erholen. Elias entspannt auf der Krabbeldecke. Danach erkunden er und ich den Campingplatz während Julian ein kleines Mittagsschläfchen macht. Der Campingplatz ist wirklich schön, hat sogar eine kleine Lamafarm, einen Pool und einen Whirlpool. Man kann im Fernsehraum in Sofas relaxen, Airbhockey spielen oder etwas lesen. Wir finden, dass dies der schönste Campingplatz ist auf dem wir bisher waren. Und als wir später entscheiden noch zu waschen, ist Julian begeistert davon wie einfach und unkompliziert das geht. Einfach auswählen, was man will, die Kreditkarte ranhalten und los. Dafür kriegt der Campingplatz noch mal Extrapunkte. Und es gibt auch ein Familienbad, wo Elias von uns am Abend gebadet wird.

Am nächsten Morgen besuchen wir die Waitomo Glowworm Caves. Der Besuch ist richtig cool! Wir erfahren etwas über die Höhle, sehen die Bänder, die die Glühwürmchen zum Fangen von Beute nutzen, und schauen am Ende der Tour auf das Meer von Glühwürmchen als wir mit dem Boot hinausfahren. Leider dürfen wir während der Tour keine Fotos machen, erst ganz zum Ende hin.

Während der Tour gibt es einen Besucher, der mein Lieblingsbesucher wird. Zunächst fragt er zu Beginn der Tour als wir leuchtende Punkte an der Decke sehen, wa das denn sei und die Führerin antwortet: „Glühwürmchen“. Da musste ich schon schmunzeln, heißen die Höhlen doch Glühwürmchenhöhlen. Und dann, später, als die Führerin erzählt, dass wir später das Boot nehmen werden, fragt derselbe Besucher, was man dann dort sehen wird, und die Führerin antwortet wieder: „Glühwürmchen“. Da musste ich mir das Lachen verkneifen, schließlich wirbt die Höhle mit der Bootstour als Highlight, um die Glühwürmchen zu sehen. Hihihi.

Damit ist unser kurzer Aufenthalt hier auch schon vorbei und wir fahren in das Thermalgebiet Rotorua.

15. März: Besuch von Kapiti Island

Gestern wurde die Fähre zur Insel Kapiti abgesagt und wir befürchten zunächst, dass dies heute auch der Fall sein würde, aber wir haben Glück. Die Fähre wird uns heute auf die Insel bringen.

Nach der Anmeldung und einem Biosicherheitscheck, werden wir mit dem Boot, wie üblich, mithilfe eines Traktors ins Wasser gelassen und wir bekommen unsere Schwimmwesten. Auf Kapiti Island angekommen, erläutert der Guide uns während eines Einführungsvortrages die wichtigsten Vögel und Verhaltensweisen auf der Insel. Danach gehen wir los. Wir nehmen den Wilkensontrack, machen an der Fütterungsstation für Hihis einen Essens- und Stillstopp für Elias. Danach nehmen wir Fahrt auf und sind nach kurzer Zeit auf dem Gipfel. Dort machen wir Pause und essen Mittag. Es ist schon 13:30 Uhr und wir haben mittlerweile ganz schön Hunger.

Zurück geht es über den selben Track. Diesmal kriegt Elias einen Nachmittagssnack an der Hihistation. Danach machen wir noch eine kleinere Runde weiter unten und gehen baden, bevor uns das Boot wieder abholt. Die Wanderung ist sehr schön und wir sehen viele Vögel. Der Ausflug hat sich sehr gelohnt.

Tuihonigfresser (Tui)
Waldpapagei (Kaka)
Stillpause an der Hihifütterungsstation
Gelbbandhonigfresser/Stichvogel (Hihi)
Hihi
Maorifruchttaube (Kereru)
Gipfelblick
Nordinselschnäpper

Zurück an Land, schlendern wir zur Eisdiele, wo Julian sich Lakritzeis bestellt. Auf dem Weg dorthin sehen wir wie unser Kapitän mit dem Boot auf dem Anhänger gegen ein Auto fährt, das zugegebenermaßen sehr schlecht geparkt hat. Wir wissen nicht, was dann geschah, aber als wir nach der Eisdiele da vorbeischlendern hat der Wagen umgeparkt (und eine große Delle in der Stoßstange), der Kapitän spritz sein Boot ab und grüßt uns freundlich. Vermutlich war es am Ende nicht so schlimm.

Wir kommen nach fast ner halbe  Stunde Spaziergang wieder am Campingplatz an, sind ganz schön fertig und ruhen uns erst einmal aus. Elias muss eh gestillt werden, das mache ich im Liegen im Van, und er schläft dabei ein. Es ist die zweite Nacht auf diesem Campingplatz, der zwar für jeden Stellplatz ein Privatbad hat, aber dieses leider weder über einen Spiegel (zum Rasieren oder für Kontaktlinsenträger) verfügt, noch über einen Fön. Recyceln kann man hier auch nicht und es gibt keine Abwasserentsorgungsstation. Das wird nicht unser Lieblingscampingplatz, aber immerhin war der Besitzer per E-Mail sehr gut und schnell zu erreichen.

14. März: Fähre zur Nordinsel

Heute ist unser letzter Tag auf der Südinsel. Als wir vor über einem Monat die Tickets gebucht haben, hatten wir Glück noch einen Platz auf der Fähre um 14:15 Uhr zu erhaschen, so dass wir nicht so spät drüben ankommen, was für Elias gut sein wird, dachten wir. Am Morgen machen wir uns daher rechtzeitig auf den Weg, wollen lieber früher los, um keinen Stress zu haben, obwohl es nur knapp 2 Stunden Fahrt sind. Kurz nach unserer Abfahrt sehen wir dann die E-Mail, dass unsere Fähre ca. 3 Stunden Verspätung haben wird. Wie ärgerlich. Wir hoffen, dass es dabei bleibt und nicht noch später wird. Eigentlich wären wir 17:15 Uhr in Wellington, der Hauptstadt Neuseelands, angekommen, nun wird es wohl mindestens 3 Stunden später.

Wir beschließen in Havelock Pause zu machen. Dort gibt es das Restaurant The Mussel Pot, das uns von einem Freund empfohlen wurde, und dort wollen wir Grünschalmuscheln essen, die es nur in Neuseeland gibt und die wohl sehr gesund sein sollen. Leider hat das Restaurant sowie alle anderen im Ort zu als wir ankommen, da an diesem Tag das jährliche Muschelfestival stattfindet. Wir denken erst, dass wir einfach auf dem Festival Muscheln essen können, stellen dann aber fest, dass man Tickets haben muss und die kosten 60 NZD pro Person, also lassen wir es. Wir sind enttäuscht nun gar keine Muscheln essen zu können, erfahren dann aber, dass man die überall in der Region essen kann. Wir machen also nur einen kurzen Spaziergang zum Festival, das am Hafen stattfindet, füttern und stillen Elias, danach ziehen wir weiter. In Picton, wo die Fähre ablegt, kommen wir gegen 13 Uhr an und beschließen hier die Günschalmuscheln zu essen. In einem Pub teilen wir uns eine Meeresfrüchteplatte, auf der auch Grünschalmuscheln sind. Die Muscheln sind riesig. Ich hatte sie viel kleiner erwartet, sind es doch Miesmuscheln. Außerdem werden sie kalt serviert und gegessen. Geschmacklich finden wir sie ganz gut, vor allem muss man nicht so viel puken wie bei den winzigen Miesmuscheln. Julian ist nicht so begeistert und wir sind uns beide einig, dass die 3 Muscheln genau die richtige Probiermenge waren und wir die nicht unbedingt noch einmal essen müssen. Zum Glück haben wir nicht die 1 kg Portion bestellt.

Nach dem Mittagessen und einem kleinen Spaziergang durch den Ort fahren wir zur Fähre, um dort einzuchecken. Wie erwartet müssen wir nach dem Check-in lange in der Schlange warten bis die Autos von der ankommenden Fähre runtergefahren sind und unsere Spur irgendwann reinfahren kann. Elias amüsiert sich derzeit auf dem Bett und wir nutzen die Zeit um Blog zu schreiben, aufzuräumen und zu putzen. Es ist bestimmt schon das dritte oder vierte Mal, dass wir den Van putzen müssen, und zweimal davon haben wir ihn zusätzlich auch wischen müssen. Eigentlich haben wir darauf gar keine Lust, aber der Dreck fällt einfach sehr schnell an. Es geht auch nicht immer die Schuhe auszuziehen und die Trittfläche ist nun mal sehr klein  so dass sich der Dreck einfach schnell anhäuft.

Irgendwann fahren wir dann auf die Fähre, auf der es sogar Fahrstühle, 2 Kinosäle, einen Spielbereich, einen Kinderspielplatz, einen Wickelraum, ein Restaurant, 2 Cafes uvm. gibt. Es fühlt sich an wie ein Kreuzfahrtschiff, nicht wie eine Fährüberfahrt. Die Stühle in denen wir sitzen sind sehr bequem, wir können den Kinderwagen davor stehen lassen, da es genug Platz gibt. Das ist zwar toll, hat aber auch seine Nachteile, denn Elias ist irgendwie der Hit auf dem Boot. Ganz oft werden wir angesprochen, weil die Leute Elias so niedlich finden, nicht nur hier, sie machen dann Quatsch mit ihm, viele fassen ihn auch an und manche wollen ihn sogar auf den Arm nehmen. Das ist schon fast etwas aufdringlich und nervt etwas, aber na ja, was soll man da machen, wenn man so ein niedliches Baby hat?

Wir machen noch ein paar Fotos von der Landschaft, gehen irgendwann etwas essen, später trinken wir Tee und schwuppsdiwuppps ist die Zeit um und wir kommen in Wellington an. Zwar legen wir erst gegen 21 Uhr an, also etwas mehr als 3 Stunden später, und dann dauert es noch eine ganze Weile bis wir rausfahren können, aber wir sind relativ erholt. So fährt sich das kleine Stück bis nach Paraparaumu auch ganz gut. Der Kleine schläft noch als wir gegen 22:30 Uhr am Campingplatz ankommen, wir haben also noch etwas Zeit um uns nach der Ankunft fertig zu machen bevor Elias aufwacht und nicht sehr erfreut darüber ist jetzt noch gewickelt und in den Schlafanzug und -sack gesteckt zu werden. Es gibt aber nur ein kleines Drama und er schläft nach dem Stillen gut weiter.