Heute ist unser letzter Tag auf der Südinsel. Als wir vor über einem Monat die Tickets gebucht haben, hatten wir Glück noch einen Platz auf der Fähre um 14:15 Uhr zu erhaschen, so dass wir nicht so spät drüben ankommen, was für Elias gut sein wird, dachten wir. Am Morgen machen wir uns daher rechtzeitig auf den Weg, wollen lieber früher los, um keinen Stress zu haben, obwohl es nur knapp 2 Stunden Fahrt sind. Kurz nach unserer Abfahrt sehen wir dann die E-Mail, dass unsere Fähre ca. 3 Stunden Verspätung haben wird. Wie ärgerlich. Wir hoffen, dass es dabei bleibt und nicht noch später wird. Eigentlich wären wir 17:15 Uhr in Wellington, der Hauptstadt Neuseelands, angekommen, nun wird es wohl mindestens 3 Stunden später.

Wir beschließen in Havelock Pause zu machen. Dort gibt es das Restaurant The Mussel Pot, das uns von einem Freund empfohlen wurde, und dort wollen wir Grünschalmuscheln essen, die es nur in Neuseeland gibt und die wohl sehr gesund sein sollen. Leider hat das Restaurant sowie alle anderen im Ort zu als wir ankommen, da an diesem Tag das jährliche Muschelfestival stattfindet. Wir denken erst, dass wir einfach auf dem Festival Muscheln essen können, stellen dann aber fest, dass man Tickets haben muss und die kosten 60 NZD pro Person, also lassen wir es. Wir sind enttäuscht nun gar keine Muscheln essen zu können, erfahren dann aber, dass man die überall in der Region essen kann. Wir machen also nur einen kurzen Spaziergang zum Festival, das am Hafen stattfindet, füttern und stillen Elias, danach ziehen wir weiter. In Picton, wo die Fähre ablegt, kommen wir gegen 13 Uhr an und beschließen hier die Günschalmuscheln zu essen. In einem Pub teilen wir uns eine Meeresfrüchteplatte, auf der auch Grünschalmuscheln sind. Die Muscheln sind riesig. Ich hatte sie viel kleiner erwartet, sind es doch Miesmuscheln. Außerdem werden sie kalt serviert und gegessen. Geschmacklich finden wir sie ganz gut, vor allem muss man nicht so viel puken wie bei den winzigen Miesmuscheln. Julian ist nicht so begeistert und wir sind uns beide einig, dass die 3 Muscheln genau die richtige Probiermenge waren und wir die nicht unbedingt noch einmal essen müssen. Zum Glück haben wir nicht die 1 kg Portion bestellt.



Nach dem Mittagessen und einem kleinen Spaziergang durch den Ort fahren wir zur Fähre, um dort einzuchecken. Wie erwartet müssen wir nach dem Check-in lange in der Schlange warten bis die Autos von der ankommenden Fähre runtergefahren sind und unsere Spur irgendwann reinfahren kann. Elias amüsiert sich derzeit auf dem Bett und wir nutzen die Zeit um Blog zu schreiben, aufzuräumen und zu putzen. Es ist bestimmt schon das dritte oder vierte Mal, dass wir den Van putzen müssen, und zweimal davon haben wir ihn zusätzlich auch wischen müssen. Eigentlich haben wir darauf gar keine Lust, aber der Dreck fällt einfach sehr schnell an. Es geht auch nicht immer die Schuhe auszuziehen und die Trittfläche ist nun mal sehr klein so dass sich der Dreck einfach schnell anhäuft.



Irgendwann fahren wir dann auf die Fähre, auf der es sogar Fahrstühle, 2 Kinosäle, einen Spielbereich, einen Kinderspielplatz, einen Wickelraum, ein Restaurant, 2 Cafes uvm. gibt. Es fühlt sich an wie ein Kreuzfahrtschiff, nicht wie eine Fährüberfahrt. Die Stühle in denen wir sitzen sind sehr bequem, wir können den Kinderwagen davor stehen lassen, da es genug Platz gibt. Das ist zwar toll, hat aber auch seine Nachteile, denn Elias ist irgendwie der Hit auf dem Boot. Ganz oft werden wir angesprochen, weil die Leute Elias so niedlich finden, nicht nur hier, sie machen dann Quatsch mit ihm, viele fassen ihn auch an und manche wollen ihn sogar auf den Arm nehmen. Das ist schon fast etwas aufdringlich und nervt etwas, aber na ja, was soll man da machen, wenn man so ein niedliches Baby hat?
Wir machen noch ein paar Fotos von der Landschaft, gehen irgendwann etwas essen, später trinken wir Tee und schwuppsdiwuppps ist die Zeit um und wir kommen in Wellington an. Zwar legen wir erst gegen 21 Uhr an, also etwas mehr als 3 Stunden später, und dann dauert es noch eine ganze Weile bis wir rausfahren können, aber wir sind relativ erholt. So fährt sich das kleine Stück bis nach Paraparaumu auch ganz gut. Der Kleine schläft noch als wir gegen 22:30 Uhr am Campingplatz ankommen, wir haben also noch etwas Zeit um uns nach der Ankunft fertig zu machen bevor Elias aufwacht und nicht sehr erfreut darüber ist jetzt noch gewickelt und in den Schlafanzug und -sack gesteckt zu werden. Es gibt aber nur ein kleines Drama und er schläft nach dem Stillen gut weiter.

