Gegen 13:30 Uhr kommen wir in Rotorua an, nachdem wir auf dem Weg noch in der Apotheke, einkaufen und tanken waren. Da wir noch ins Wai-O-Tapu Thermale Wunderland wollen, machen wir nur eine schnelle Mittagspause und Julian kauft uns auf dem Weg online die Tickets. Das Wunderland ist ziemlich cool und obwohl die Frau am Eingang meinte, dass wir den 3. Weg vermutlich nicht mehr schaffen werden, sind wir guter Dinge. Leider haben wir dann aber doch gerade Pech und werden zurückgeschickt, da der Weg geschlossen wird. Hätten wir das gewusst, hätten wir schnell gemacht, aber von einer Wegschließung hat die Frau an der Eingangskontrolle nichts gesagt. Wir dachten sie denkt wir schaffen es fitnessmäßig oder zeitlich nicht, aber das war ja gar kein Problem. Der Park ist trotzdem schön, auch ohne den großen See, und wir machen viele Bilder.






Unser Campingplatz für die nächsten 2 Nächte liegt am Tikitapusee, dem Blauen See, also ca. 15 Minuten von Rotorua entfernt. In diesem kann man auch schwimmen gehen, nicht so wie im See von Rotorua, und er ist nur einen Katzensprung von unserem Stellplatz entfernt, so dass wir ihn abends spontan gemeinsam vor dem Schlafengehen besuchen. Ich überlege am Folgetag einen Platz in der Sauna vor den Campingplatz zu buchen, von wo aus man zur Abkühlung direkt in den See springen kann, mache das aber am Ende doch nicht, da unser Tag mit Baby immer schlecht vorplanbar ist.
Am Tag drauf fahren wir das Hobbiton Movie Set besuchen, also die Filmkulisse von Herr der Ringe und Die Hobbits. Es ist über eine Stunde zu fahren und als wir den Campingplatz gebucht haben, hatten wir noch keine Tickets, da alles ausverkauft war. Als dann aber spontan etwas frei geworden ist und wir die Möglichkeit hatten die Tickets zu kaufen, haben wir uns entschieden den Weg auf uns zu nehmen. Und am Ende können wir sagen, es hat sich gelohnt. Die Tour dauert 2,5 Stunden, die wie im Flug vergehen, und ist wirklich nett gemacht. Man wird mit einem Bus zur Kulisse gefahren, von einem Guide durch die Filmkulisse geführt, hat die Möglichkeit viele Fotos vor den runden Türen der Hobbits zu machen und kann am Ende noch ein Bier oder Ingwerbier im Dragon Inn trinken. Obwohl keiner von uns einen der 6 Filme gesehen hat, finden wir es wirklich sehr schön und werden auch gut mitgenommen. Am Ende der Tour sind wir ganz schön platt. Es ist auch die Sonne, die einen so beansprucht. Obwohl es oft bewölkt ist und man das Gefühl hat, sie ist gar nicht so intensiv, täuscht das. Wir sehen das auch an einigen Fotos auf denen wir öfter die Augen zusammen kneifen.










Nach unserem Besuch der Filmkulisse fahren wir zurück nach Rotorua, wo wir am See einen Schwefelhotspot besuchen und sogar Purpurhühner sehen. Die haben wir auf Mallorca vergebens im Albuferanationalpark gesucht und hier, ganz ohne Mühe, sehen wir sie plötzlich. Witzig. Abends kochen wir die restlichen Sachen aus dem Kühlschrank weg und haben zum ersten Mal noch etwas Zeit vor dem Schlafengehen, vermutlich, weil Elias abends nicht mehr geschlafen hat. Wir haben etwas Angst davor, dass er nach über 3 Stunden Wachzeit beim Hinlegen schwierig sein wird, aber das Gegenteil ist der Fall. Er trinkt nur kurz, schläft schnell ein und danach 4 Stunden am Stück bis er mich zum ersten Mal weckt.





Es sind nun nicht mehr viele Tage übrig bis wir den Van abgeben müssen und unser Abenteur in Neuseeland ein Ende hat. Wir sind überrascht wie schnell die Zeit vergangen ist, gleichzeitig zählen wir, ehrlich gesagt, schon die Tage bis dahin. Das Bett im Van war die ersten 2 Wochen ok, ist über längere Zeit aber einfach zu klein. Das Dachzelt, in das Julian ab und zu hätte ausweichen können, haben wir nie ausgeklappt, hautptsächlich weil die Nächte erstaunlich kalt waren. Der Platzmangel und das dadurch notwendige sofortige Wegräumen von Sachen bzw. das täglich mehrmalige Aufräumen sind anstrengend. Zuhause kann man auch mal etwas stehen lassen und später machen oder in die Spülmaschine einräumen. Außerdem nervt die ewige Putzerei im Van. Es hilft auch nicht, dass unsere Toilette öfter mal ausläuft. Die Toilette im Van zu haben war zugegeben ziemlich praktisch, in erster Linie nachts, so dass man nicht raus musste, aber zuverlässig dicht hält sie während der Fahrt nicht, auch, wenn wenig drin ist. Und so richtig viel Zweisamkeit bekommen wir in dem Urlaub auch nicht. Julian hatte sich das so schön vorgestellt, dass der Kleine abends im Van schläft und wir davor sitzen und die Sterne anschauen, Tee trinken und Zeit für uns haben. Na ja, wie das halt so ist, wenn die Vorstellung und Realität aufeinanderprallen. Wir waren froh, wenn wir es abends überhaupt mal geschafft haben Tee zu trinken. Das Problem ist einfach, dass abends immer so viel zu tun ist: Essen warm machen oder kochen, abwaschen, den Kleinen bettfertig machen, jeder will duschen, ich muss Elias stillen, etc., und dann müssen wir immer noch irgendwem abends antworten, irgendeinen Vertrag lesen oder unterschreiben… Und da sind ja nur wir zwei. Das ist alles ganz schön anstrengend auf Dauer. Immerhin scheinen die Nächte mit Elias besser zu werden. Er hatte hier schon 2 Nächte, in denen er fast 6 Stunden am Stück geschlafen hat, und statt der sonst 2 Stunden Stillrhythmen scheint er jetzt erst alle 4 Stunden aufzuwachen. Ich hoffe, dass das, wenn wir zurück sind, so weiter geht. Vielleicht schläft er ja sogar noch länger, wenn er wieder mehr Platz im Bett hat. Mal schauen.