5. März: Lake Wanaka

Nach einer anstrengenden Nacht starten wir mühsam in den Tag. Frühstückessen in der Sonne, mit Blick auf den Lake Tekapo, ist aber echt schön. Heute gibt es auch wieder warme Milch fürs Müsli. Nachdem jeder eine Portion für seine Schüssel hat, stellen wir die restliche Milch für später auf den Boden. Irgendwann hören wir dann ein Schlürfgeräusch und wundern uns woher das kommt. Nun ja, ein Blick auf den Boden verrät, dass sich die Ente an unserer Milch bedient hat. Wir waren uns eh nicht sicher, wer diese am Ende nimmt, nun ist es entschieden.

In den letzten Tagen hatten wir öfter Enten auf den Campingplätzen gesehen, die den Gästen einen Besuch abgestattet hatten. Scheinbar gibt es hier immer gut was zu essen. Auf diesem Campingplatz haben wir aber eher Häschen gesehen. Als ich am Abend vorher abends noch mal auf die Toilette bin, tummelten sich von unserer Tür 3 kleine Hasen. Die sind hier nicht heimisch und wohl eine Plage (die mittlerweile aber unter Kontrolle zu sein scheint), aber wir finden es niedlich.

Wir entscheiden uns gegen eine kleine Wanderung bzw. Schwimmen im See und machen uns nach dem Frühstück direkt auf den Weg zum Lake Wanaka. Wir wollen lieber mehr Zeit vor Ort haben, aber die kurze Fahrt zieht sich. Unterwegs halten wir einfach sehr oft an, u.a. um Pausen und Fotos an Aussichtspunkten zu machen, wie z.B. am Pukakisee mit Blick auf den Mount Cook. Julian kümmert sich derweil um den Kindersitz, dessen Gurte sich ständig verdrehen, und der uns keine Freude bereitet. Irgendwann fahren wir über den Lindis Pass, wo auch 7 vs. Wild gedreht wurde. Man kann zwar nicht viel sehen, aber die Landschaft erinnert in der Tat an die Staffel. Kurz dahinter halten wir an und machen Mittagspause.

Am frühen Nachmittag erreichen wir Wanaka und parken direkt am See. Julian ist so fertig, dass er gleich aufs Bett springt und ein Schläfchen macht. Der Kleine und ich gehen an den Strand, dort ist es zwar super sonnig, aber so windig, dass wir es auch unter dem Baum im Schatten nur kurz aushalten. Zurück am Auto ist Julian wach und ausgeruht, wir machen uns also gemeinsam auf den Weg zum Wanaka Tree. Es ist ein kurzer Spaziergang am See dorthin, den Elias in der Trage auch gut mitmacht. Ich bin etwas enttäuscht von dem wohl meistfotografierten Baum Neuseelands, als ich ihn zunächst erblicke. Als ich dann aber ein Foto mache, erkenne ich die Schönheit des Motivs. Nach diesem Highlight gehen wir zurück, vorbei an unserem Van, in Richtung City und essen dort ein Eis. Es ist nett dort, mit den vielen kleinen Geschäften und der Sonne, die ganz schön knallt. Das merken wir die Tage immer wieder. Obwohl ich mich gut und mehrmals am Tag einreibe, hatte ich schon öfter das Gefühl, ein bisschen Sonnenbrand im Gesicht zu haben. Wenn dann auch noch viel Wind weht, täuscht das darüber hinweg wee stark die Sonne ist. Ist wie an der Ostsee ;-).

Wir schlendern noch etwas herum, machen ein paar Besorgungen und fahren dann zum Einchecken auf den Campingplatz. Heute sind wir früh dran und haben Zeit, daher koche ich Dhal während Julian auf den Kleinen aufpasst. Abends schaffen wir es Elias gegen 21 Uhr ins Bett zu bringen und haben das Gefühl, dass es ihm gut tut. So haben wir auch etwas Zeit für uns am Abend und gehen nach dem ersten Stillen auch rechtzeitig ins Bett. Die Nacht wird dann zum Glück deutlich besser, so dass wir am nächsten Morgen ausgeruht in den Tag starten können.

4. März: Lake Tekapo

Am Morgen dauert es eine Weile bis wir loskommen. Wir sind noch nicht eingespielt und Julian verbringt einige Zeit damit zu überlegen, wie wir alles sinnvoll verstauen können. Zum Glück sind sie auf dem Campingplatz flexibel und erlauben auch bis 11 Uhr auszuchecken. Eigentlich ist 10 Uhr Standard. Danach fahren wir noch mal an den Strand etwas weiter südlich bei Christchurch. Elias nehmen wir in die Manduca und tragen ihn auf dem Rücken. So spazieren wir ein bisschen am Strand entlang, machen noch ein paar kleinere Besorgungen und fahren dann zum Lake Tekapo. Von Christchurch kriegen zir nur einen kleinen Eindruck. U.a. bleibt hängen, dass 2011 ein Erdbeben die Stadt erschütterte, infolgedessen viele Häuser neu gebaut wurden, weshalb man wenig alte Bauten sieht.

Wir kommen mit dem Van gar nicht so gut voran, haben das Gefühl ständig anzuhalten. Mal, weil wir einen Fotostopp machen, mal weil Elias gefüttert bzw. gestillt werden muss, mal, weil wir Hunger haben bzw. ich Lust auf Kaffee habe. Irgendetwas findet sich immer. Die Zeit haben wir aber eingeplant, insofern kein Problem.

In Lake Tekapo angekommen, checken wir auf dem Campingplatz ein, der direkt am See liegt. Von dort aus spazieren wir ins Zentrum, essen abends etwas und gehen dann im Dunkeln zurück. Elias schläft dabei fast die ganze Zeit. So schön der Abend war, so schlecht wird dann die Nacht. Elias will ewig nicht einschlafen und lässt sich nicht von der Brust abstöpseln, sogar Julians Wippen hilft nur kurz, da sein Schlaf so leicht ist. Zu allem Überfluss geht der Alarm in unserem Van mehrmals die Nacht an als wir rausgehen und so richtig verstehen wir nicht was wir dagegen machen können. Am nächsten Morgen sind wir ganz schön platt, aber die Reise geht weiter…

2.-3. März: Abschied aus Singapur und Ankunft in Neuseeland

Heute ist schon unser letzter Tag in Singapur. Die Zeit ist wie im Flug vergangen. Ich werde schon sehr früh wach, nicht zuletzt vom Stillen, daher stehe ich irgendwann auf und frühstücke um kurz nach 7 Uhr mit Anne, die heute früh zur Arbeit muss. Meine Stimme, die gestern Abend fast komplett weg war, ist dank des heilenden Ingwertees vom Vorabend zum Glück wieder zurück.

Unser Flug geht erst abends um 19:50 Uhr. Den Morgen gehen wir daher ruhig an, packen alles zusammen, machen uns fertig und spazieren dann noch ein bisschen in der Wohnanlage von Anne und Vin herum. Mittag essen wir zu Hause mit dem Vater von Vin und plaudern ein bisschen. Plötzlich ist Anne schon wieder zurück und es ist Zeit Nico von der Schule abzuholen, was wir heute alle gemeinsam machen. Er freut sich sehr und es entsteht ein nettes Selfie in der Schule.

Zum Glück schaffen wir es noch trocken zurück nach Hause, doch als wir gerade mit dem Fahrstuhl nach oben fahren, fängt es an zu donnern und zu regnen. Kurzerhand sagen wir den Besuch der Rooftop Terrace ab. Nach einem Kaffee bestellen wir dann über die App, mit Annes Hilfe, unser Taxi. Wegen des Regens haben wir lieber etwas früher angefangen und sind froh, dass am Ende unser ganzes Gepäck in das kleine bestellte Taxi passt. Wir mussten auch ein bisschen puzzeln, aber es hat gepasst. Unten am Gebäudeausgang verabschieden wir uns von Anne und Nico. Vin hatten wir schon am Morgen Tschüß gesagt. Dann geht es los. Wir sind fast 3 Stunden früher am Flughafen, also sehr früh, aber am Ende ist das ganz gut. Ich finde meine Halstabletten nicht mehr, also haben wir Zeit um in der Apotheke in Terminal 3 Ersatz zu kaufen. Außerdem können wir noch Abend essen bevor wir ins Flugzeug steigen. U.a. Essen wir Dosa, das wir am Vortag zum ersten Mal probiert hatten.

Der Flug nach Christchurch ist dann schwierig. Obwohl im Vergleich zum Flug von Istanbul nach Singapur gleich lang, kommt er uns sehr kurz vor, gleichzeitig kriegen wir kaum Schlaf. Wir haben Pech, dass der Kleine kurz nachdem er gerade eingeschlafen war wegen Turbulenzen wieder aus dem Babybassinet genommen werden musste und dabei aufwacht. Außerdem bietet einer unserer Sitzplätze keinen Platz für die Beine, da diese im Flur stehen, wo die Leute ständig vorbeigehen und einen entweder streichen oder schlimmer auf den Fuß treten. Das Ergebnis ist das Gleiche: Man wacht jedes Mal auf und bekommt keinen Schlaf.

In Christchurch angekommen, verpassen wir gerade unser Shuttle und müssen aufs nächste knapp 1 Stunde später warten. Pech gehabt. Aber die Zeit vergeht schnell mit Windeln wechseln, Kaffee trinken, etc. Als wir in der Ausleihstation ankommen sind wir zwar relativ schnell dran, müssen dann aber fast 1,5 Stunden warten bis eine Person, die uns den Wagen übergeben kann, Zeit hat. Es ist wohl gerade viel los. Immerhin gibt es kostenlos Kaffee und Tee und die Leute, die auch warten müssen, sind nett, so unterhalten wir uns wenigstens gut.

Nach der Übergabe des Campervans fahren wir einkaufen und dann direkt in den Holiday Park. Wir sind total fertig, trotzdem machen wir noch einen Spaziergang zum Strand, da die Sonne so schön scheint. Wir probieren zum ersten Mal die Babytrage aus, die wir von Freunden geschenkt bekommen haben, und sind begeistert. Eigentlich soll man die erst ab 8 Monaten verwenden, aber wir haben Elias vor der Abreise reingesetzt und sehen bei unserem eher kurzen Nutzungsverhalten keinen Grund, der dagegen spricht. Außerdem kochen wir abends noch Nudeln im Campervan, um zu testen ob alles funktioniert. Morgen könnten wir sonst noch einmal den Wagen tauschen, solange wir noch in der Nähe sind. Dann geht es ins Bett und wir können endlich schlafen.