28. Feb.: Chinesisches Neujahr, Lohei und MBS

Am Morgen starten wir langsam in den Tag. Wir schlafen aus und frühstücken gemütlich. Anne, Nico und ich spielen nach dem Frühstück gemeinsam das Stone Age Spiel, das wir für Nico mitgebracht haben. Er gewinnt es am Ende auch. Anne verliert, allerdings wurde sie versehentlich mehrmals von uns ausgelassen 😉

Heute wird in Annes und Vins Condo das chinesische Neujahr gefeiert und wir dürfen auch daran teilnehmen. Wir gehen gegen Mittag alle gemeinsam hin, dabei trägt jeder trägt etwas Rotes. Wir bekommen zunächst Goodie Bags, einschließlich eines Pferdchenanhängers für das Jahr des Pferdes, und schauen uns dann die Zeremonie an. Danach nehmen wir an einem traditionellen chinesischen Neujahrritual in Singapur teil, dem Mischen eines Salates names Lohei. Dazu mischen wir in der Gruppe, wie andere an Nachbartischen auch, das Lohei. Da alles auf Chinesisch angesagt wird, hilft uns eine Nachbarin dabei es richtig zu machen. Von einem anderen Nachbarn erfahren wir später wofür die verschiedenen Zutaten stehen, z.B. der Räucherlachs für Überfluss, das grüne Kraut für den Frühling, die Brotcracker für Reichtum, etc. Nach dem Zusammenmixen der Zutaten wirft man den Salat mit den Stäbchen in die Luft und ruft Lohei. Je höher man das Lohei mit den Stäbchen wirft, um so mehr bekommt man von allem in dem Jahr, heißt es. Zum Schluss isst jeder etwas von dem Salat. Eine nette Neujahrstradition, finden wir.

Danach gehen wir runter, wo das Buffet eröffnet wird und danach die Lose gezogen werden. Wir sind ganz froh aus der Sonne herauszukommen und füttern im Schatten erst mal den Kleinen. Das Buffet ist sehr lecker, vor allem der Eistee hat es uns bei der Hitze angetan. Irgendwann kommen Anne und Nico zu uns und erzählen, dass sie einen Gutschein gewonnen haben. Sie sind ganz zufrieden. In 4 Jahren haben sie bereits 2 Mal gewonnen, einmal davon den Hauptpreis.

Nach einem kurzen Stopp in der Wohnung, machen wir uns auf zur MBS (Marina Bay Sands, das Hotel in Singapur mit ikonischer Architektur) und schlendern dort herum. Wir machen eine kleine Bootsfahrt, trinken einen Milchshake und gehen in die Gärten, wo wir uns abends auch die Lichtershow anschauen und im nahe gelegenen Foodcourt zu Abend essen. Es ist ein wirklich schöner Tag und abends sind wir ganz schön platt als wir nach Hause kommen. Vin und Nico sind schon eine Weile zurück, da sie mit dem Auto gefahren sind. Anne, Julian, Elias und ich hatten eine Weile gebraucht um ein Taxi zu bekommen, da sich nicht alle Fahrer gerne so weit vom Stadtzentrum entfernen und wir wegen Elias weniger Auswahl hatten. Müde und zufrieden fallen wir abends in Bett, auch, wenn mich mittlerweile meine Stimme fast ganz verlassen hat. Ich gönne mir noch einen Ingwertee und hoffe, dass meine Mandeln morgen nicht mehr so geschwollen sind.

26.-27. Feb.: Auf geht’s nach Singapur!

Wir haben bis zur letzten Minute zu Hause noch gepackt und mussten dann zum Bus hetzen, der, wie wir vor Ort feststellten, 6 Minuten Verspätung hatte. Wer hätte das gedacht? Dabei hatten wir schon 2 Wochen vorher mit dem Packen angefangen, aber leider hatte uns das Wochenende vorher gefehlt, da wir in Paris auf einer Hochzeit waren, und, na ja, das Leben mit Baby ist halt ganz anders. Man schafft deutlich weniger also sonst, wird ständige bei dem, was man macht unterbrochen, und muss natürlich auch viel mehr einpacken.

Am Flughafen in Genf angekommen, verläuft alles reibungslos und nach der kurzen Schlange bleibt uns sogar noch Zeit für einen kleinen Snack. In Istanbul gibt es für Eltern mit Kindern unter 5 Jahren und Senioren über 65 Jahren sogar eine seperate Sicherheitskontrolle beim Transfer. Keine Schlange, nettes Personal, so macht Reisen Spaß. Es ist auch nett, dass man mit Babies immer wie Buisiness behandelt wird, also auch als erstes ins Flugzeug steigen kann. Auf dem Flug nach Singapur nutzen wir das Babybassinet, das wir vorher durch die Buchung von Plätzen mit extra viel Beinfreiheit reserviert hatten, und sind begeistert. Wir glauben, der Kleine hat den Flug von uns Dreien am Besten verkraftet. Wir mussten ihn zwar ab und zu bei Turbulenzen aus dem Bassinet nehmen (aus Sicherheitsgründen) und wieder bei einem von uns auf dem Schoss anschnallen, aber dabei ist er meistens gar nicht aufgewacht bzw. sofort wieder in den Schlaf gefallen.

Bei Ankunft in Singapur treffen Nico und Anne uns am Flughafen. Sie waren schon am Tag zuvor um dieselbe Zeit am Flughafen und haben fast 2 Stunden auf uns gewartet, weil sie dachten wir kommen am selben Tag an wie wir losfliegen (oder weil die Vorfreude so groß war;-). Erst als das Flugzeug und Gepäckband leer waren und wir immer noch nicht rauskamen, dämmerte es Anne. Das tat uns super leid. Um so mehr freuten wir uns, dass sie den langen Weg am Tag unserer Ankunft erneut auf sich genommen haben.

Mit dem Taxi fahren wir zu Anne und Vin nach Hause. Es stellt sich raus, sie wohnen im 24. Stock, auf der obersten Etage, und der Ausblick ist sensationell. Wir müssen sagen, dass uns schon etwas schwindelig wurde als wir das erste Mal aus dem Fenster des Gästezimmers hinunterschauten oder zur Dachterrasse hinaufgingen. Wir haben eigentlich keine Höhenangst, aber da wird uns trotzdem etwas mulmig. Das hält uns aber nicht davon ab die Atmosphäre zu genießen. Mit dem Wind da oben ist es sehr angenehm und so verputzen wir guter Dinge die Snacks und Pizza. Irgendwann kommt auch Vin dazu, der an dem Tag noch lange gearbeitet hatte. Wir plaudern angeregt und freuen uns uns alle nach so langer Zeit, über 5 Jahren, wieder zu sehen. Vin war zufällig vor 1,5 Monaten in Genf, allerdings hatten wir nur kurze anderthalb Stunden um uns zu unterhalten und Anne und Nico waren nicht dabei. Lange schaffen wir es aber nicht aufzubleiben, weil die Reise und der Jetlag uns doch etwas zu schaffen machen, da aber auch Nico ins Bett muss passt das ganz gut.